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GfbV zum Irakkrieg und einem künftigen Frieden
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GfbV-International zum Irakkrieg und einem künftigen Frieden
Sechs nationale Sektionen der Gesellschaft für bedrohte Völker fordern Irak-Tribunal zu Völkermord und Kriegsverbrechen, föderale Struktur, freie Wahlen und rasche Hilfe für die irakische Zivilbevölkerung
Die britisch-amerikanischen Truppen haben das Ba´ath-Regime mittels eines Angriffskrieges offensichtlich zerschlagen. Ein Regime, das mehr als dreieinhalb Jahrzehnte Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord verübte und zwei Angriffskriege begann. Das Terror-Regime, die UN- Sanktionen und der Krieg verursachten eine erschreckende Unterversorgung und Mangelernährung. Mindestens zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren und eine Million schwangere Frauen benötigen rasch Aufbau- Nahrung. Zehn Millionen Iraker können nicht mehr auf sauberes Trinkwasser zurückgreifen. Zwingend ist die unverzügliche Aufnahme großzügiger humanitärer Hilfe durch die internationale Gemeinschaft. Die nationalen Sektionen der GfbV werden sich in diesem Sinne an ihre Regierungen wenden.
Die GfbV fordert deshalb von den USA die sofortige Aufhebung der Sanktionen gegen die Bevölkerung des Iraks, die Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofes und die Einrichtung eines Tribunals , damit dort Saddam Hussein und seinem Regime der Prozess gemacht werden kann. Nach Schätzungen der GfbV- International sind seit Machtantritt des Ba´ath Regimes 1968 bis zu 500.000 Kurden (und mit ihnen Angehörige der assyrischen, yezidischen und turkmenischen Minderheiten) und bis zu 400.000 Shiiten und Marscharaber vernichtet worden. Dieses Tribunal muss auch mögliche Kriegsverbrechen beider Kriegsparteien während dieses Golfkrieges recherchieren und ahnden.
Die USA, Großbritannien und die Staatengemeinschaft müssen dafür sorgen, dass schnellst möglich freie Wahlen zur Bildung einer demokratisch verfassten föderalen Regierung durchgeführt werden. Der überwiegend kurdische Nordirak muss nach 42 Kriegsjahren und ständiger Verfolgung seiner Bevölkerung eine international garantierte Autonomie erhalten und über eigene Schutztruppen verfügen.
Die EU hat es versäumt, die Aufrüstung des Irak durch europäische Firmen zu verhindern. Deutsche (86), französische (16), britische (18), nordamerikanische (18) italienische (12) und schweizerische (11) Firmen waren Jahre lang am Aufbau der Giftgasindustrie beteiligt, der zehntausende Kurden und Iraner zum Opfer fielen. Frankreich war seinerzeit für den Aufbau der Atomindustrie verantwortlich. Die Regierungen der Groß- und Mittelmächte haben sich so mitschuldig gemacht und müssen daher dazu betragen, die Opfer des Regimes zu entschädigen, Insbesondere Deutschland und Frankreich müssen dafür sorgen, dass die Verantwortlichen der Rüstungsunternehmen zur Rechenschaft gezogen werden.
Die GfbV-International fordert die UNO auf, die verschiedenen NGO-Recherchen (u.a. der GfbV) über Menschenrechtsverletzungen des Regimes in einer umfassenden Dokumentation zu berücksichtigen. UN-Menschenrechtsinspektoren sollen im Irak für die entsprechende Aufarbeitung der Verbrechen des Ba ´ath-Regimes sorgen und die Freilassung aller politischen Gefangenen aus Lagern und Gefängnissen überprüfen. Des Weiteren sollen die UN- Inspektoren auch die zahlreichen Hinweise über Kriegsverbrechen und über die Verwendung von Uranmunition untersuchen.
Die Irak-Anrainer-Staaten Türkei und Iran haben sich1991 nach dem Aufstand der Kurden und Shiiten am zehntausendfachen Flüchtlingstod schuldig gemacht. Auch sie sind verpflichtet, humanitäre Hilfe zu leisten. Der Iran und die T ürkeisollen außerdem angehalten werden, ihren kurdischen Bevölkerungsgruppen (10 bzw. 15 Millionen Kurden) endlich regionale, demokratisch verfasste Autonomie zuzugestehen.
Das Beispiel Irak macht deutlich, dass Menschenrechtspolitik immer auch pr äventive Friedenspolitik ist. Der Irak (wie der gesamte Nahe Osten) brauchen eine demokratische und rechtsstaatliche Perspektive, wie sie auch alle relevanten irakischen Oppositionsparteien und ethnischen und religiösen Gemeinschaften fordern. Die GfbV-International wird ihre internationale Initiative für Menschenrechte und Minderheiten in der Region fortsetzen.
========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Göttingen, Bozen, Luxemburg, Wien, Sarajewo, Bern, 9. April 2003 ==========================================================
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