Angesichts des Ausbruchs gefährlicher Infektionskrankheiten und zunehmender Durchfallerkrankungen baut UNICEF seine Hilfe für die Kinder im Irak weiter aus. Jetzt haben die ersten Gesundheitszentren für mangelernährte Kinder im Süden des Irak wieder mit ihrer Arbeit begonnen. Gleichzeitig gehen die täglichen Hilfstransporte mit Trinkwasser und Medikamenten von Kuwait aus weiter. Jeden Tag erreichen rund 600.000 Liter Trinkwasser die Menschen im Süden des Landes.
UNICEF-Helfer berichten von mehr als 270 Fällen der schweren Infektionskrankheit Kala Azar in mehreren Orten im südlichen Irak. Diese auch als Leishmaniasis bezeichnete Krankheit wird durch Mücken übertragen. Sie geht mit hohem Fieber einher und lässt Lymphknoten und innere Organe anschwellen. Vor allem für mangelernährte Kinder ist sie eine tödliche Gefahr, ohne medizinische Behandlung sterben bis zu 90 Prozent der Erkrankten. UNICEF konnte tausend Dosen des benötigten Medikaments (Pentostam) in die Stadt Nasiriya bringen. In anderen betroffenen Gebieten ist aufgrund der noch unsicheren militärischen Lage zurzeit keine Hilfe möglich.
„Die Besatzungstruppen müssen endlich den Zugang für die Hilfsorganisationen sicherstellen“, fordert UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs. Angesichts der chaotischen Zustände in den medizinischen Einrichtungen und immer knapper werdenden Medikamenten und Impfstoffen sagte Garlichs: „Wir müssen jetzt schnell mit den irakischen Helfern das Netz der Gesundheitsversorgung wieder aufbauen. Nur so können die Kinder überleben.“
UNICEF-Hilfsteams ist es in der Hafenstadt Um Qasr und in Az Zubair gelungen, viele der ehemaligen Helfer wieder ausfindig zu machen, die vor dem Krieg in den dortigen Kindergesundheitszentren mitgearbeitet haben. Gleichzeitig werden neue Helfer ausgebildet. Um Qasr ist die erste Stadt im Südirak, in der das dortige Gesundheitszentrum seine Arbeit bereits wieder aufgenommen hat. Das Zentrum in Az Zubair wird in den nächsten Tagen folgen. UNICEF unterstützt seit 1991 ein landesweites Netz von mehr als 2.800 dieser Zentren. In ihnen arbeiteten vor dem Krieg rund 13.000 irakische Freiwillige mit. Rund eine Million mangelernährter Kinder sind auf diese Hilfe angewiesen. Sie werden dort gewogen, medizinisch betreut und erhalten Zusatznahrung.
Auch bei der Versorgung mit Trinkwasser wird UNICEF von der Bevölkerung unterstützt. So organisieren die Einwohner von Um Qasr die Verteilung der UNICEF-Transporte inzwischen selbst und schützen die von UNICEF aufgestellten Wassertanks vor Plünderern.
UNICEF bittet weiter dringend um Spenden:
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Stichwort: Irak
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