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Die Zeit arbeitet gegen die Kinder
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Krieg im Irak
UNICEF: Die Zeit arbeitet gegen die Kinder
UNICEF warnt vor einer zunehmenden Verschlechterung der Lage der Zivilbevölkerung im Irak. Während sich die Militärs auf eine möglicherweise monatelange Dauer des Krieges einstellen, wachsen die Gefahren insbesondere für Kinder. „Die Zeit arbeitet in diesem Krieg gegen die Kinder. Ohne massive Hilfe in den Bereichen Wasser, Gesundheit und Ernährung werden viele Kinder und schwangere Frauen den Konflikt nicht überleben“, erklärte der Leiter des UNICEF-Programms im Irak, Carel de Rooy, in Berlin. Zwar haben UNICEF und andere Hilfsorganisationen vor dem Krieg große Mengen Nahrung und Medikamente an Krankenhäuser und andere Einrichtungen verteilt, doch reichen die Vorräte nur für schätzungsweise vier Wochen.
Große Probleme bereitet vor allem die Wasserversorgung in den umkämpften Städten. So sind seit mehr als einer Woche die Hälfte der über 1,2 Millionen Menschen in Basra ohne ausreichendes Trinkwasser. 100.000 Kinder unter fünf Jahren sind akut durch Krankheiten bedroht. Durchfallerkrankungen aufgrund von verschmutztem Wasser sind seit Jahren die Todesursache Nr. 1 bei Kindern im Irak. Die schwierige Sicherheitslage schränkt immer wieder die Arbeit der rund 200 irakischen UNICEF-Mitarbeiter ein.
Besorgt ist UNICEF über wachsende psychische Probleme der Kinder. In den umkämpften Städten können viele Kinder nicht schlafen und leiden unter psychosomatischen Reaktionen wie Asthma. Aufgrund von Erfahrungen aus anderen Kriegen schätzt UNICEF, dass etwa zehn Prozent der Kinder im Grundschulalter psychologische Hilfe brauchen. Das sind rund 500.000 Kinder.
„Kinder sind nie unsere Feinde. Alle Kinder haben ein Recht auf Schutz und Hilfe, ganz gleich, wer Schuld an ihrer schwierigen Situation trägt“, sagte UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen. „Die Kinder im Irak brauchen unsere Unterstützung. UNICEF ruft dringend zu Spenden auf.“
Drei Kriege und 12 Jahre Sanktionen haben die Bevölkerung des Irak nachhaltig geschwächt. Deshalb haben insbesondere Kinder den neuen Entbehrungen wenig entgegenzusetzen. UNICEF ist seit Jahren vor Ort aktiv und hat jetzt ein großes Nothilfeprogramm gestartet. Schwerpunkte in den kommenden sechs Monaten sind dabei besonders die Wasserversorgung und Hilfe für mangelernährte Kinder:
Wasser: In Bagdad betreut UNICEF 100 Notstromgeneratoren für Wasserwerke. Fünf mobile Teams von Ingenieuren (insgesamt 60 Personen) sind jetzt rund um die Uhr in Bereitschaft. Wassertanks zur Versorgung von 100.000 Menschen werden bereitgehalten. In den Nachbarländern sind Materialien für die Wasserversorgung von 300.000 Flüchtlingen abrufbereit. In Kuwait hat UNICEF 55 Tankwagen mit je 5.000 Litern für die Wasserversorgung in Basra gemietet.
· · In den kommenden Monaten will UNICEF technische Hilfe beim Betrieb von Wasserwerken leisten, die Notversorgung mit Tankwagen für Gesundheitseinrichtungen und Flüchtlingslager organisieren. UNICEF stellt Chemikalien zur Wasseraufbereitung zur Verfügung und hilft beim Bau von Latrinen.
Gesundheit: UNICEF hat Medikamente für die Basisversorgung von rund zwei Millionen Kindern sowie eine Million Päckchen von Oralen Rehydrationssalzen zur Behandlung von Durchfall an Gesundheitseinrichtungen verteilt. Materialien für die Geburtshilfe für 100.000 Frauen stehen bereit. Im Nord-Irak wurden letzte Woche mit Unterstützung von UNICEF 23.000 Grundschulkinder geimpft. In Bagdad wurden 280 Erste-Hilfe-Koffer verteilt.
· UNICEF plant Impfkampagnen gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten sowie die Verteilung von Vitamin-A-Tabletten. Gesundheitseinrichtungen sollen Medikamente und technisches Gerät erhalten. Mobile Gesundheitsteams sollen besonders bedrohte Gruppen wie Flüchtlings- oder Heimkinder unterstützen.
Ernährung: Über 1.500 Tonnen hochproteinhaltige Kekse und 155 Tonnen therapeutische Spezialmilch wurden an Kinderkrankenhäuser und spezielle Ernährungszentren verteilt. Diese erhielten auch 100.000 Wasserkanister und Hygieneutensilien. Weitere 1.500 Tonnen Nahrungsmittel für Kinder liegen in Jordanien und im Iran bereit.
· In den nächsten Monaten soll das bestehende System der Kontrolle des Gesundheits- und Ernährungszustandes der Kinder wieder aufgenommen und ausgebaut werden. Bedrohte Kinder sollen Zusatznahrung erhalten, schwer mangelernährte Kinder therapeutisch ernährt und medizinisch betreut werden.
Bildung: UNICEF hält Schul- und Lernmaterialien für 100.000 Kinder bereit. Hierzu kommen Großzelte zur Einrichtung von Notschulen. Weiter werden Lehrer darauf vorbereitet, traumatisierten Kindern zu helfen.
· So schnell wie möglich sollen die öffentlichen Schulen wieder geöffnet werden. Flüchtlingskinder müssen die Chance bekommen, zur Schule zu gehen. Lehrer müssen die Kinder psychologisch betreuen. UNICEF hat 256 Ausbildungskräfte trainiert, die in Kursen Lehrer und Erzieher in diesen Fragen fortbilden können. Im Nord-Irak beendeten gerade 1.200 Lehrer solche Kurse.
UNICEF bittet dringend um Spenden für die Kinder im Irak
Spendenkonto 300.000
Sozialbank Köln (BLZ 370 205 00)
Stichwort: Irak
oder: Spendentelefon 0137/300.000 sowie im Internet: www.unicef.de
Angelika Söhne Pressestelle ______________ UNICEF Deutschland Höninger Weg 104 50969 Köln Berlin, den 1. April 2003 web: www.unicef.de
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