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ISSN 1610-0611
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Hilfeleistungen des Roten Kreuzes

Hilfeleistungen des Roten Kreuzes - Verstärkter Einsatz im Irak

Das Internationale Rote Kreuz intensiviert seine Arbeiten im Irak. Trotz anarchischer Zustände auf den Straßen Bagdads, werden Krankenhäuser in Stand gesetzt, Strom und Wasserversorgung wieder hergestellt. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wird in Zusammenarbeit mit dem Irakischen Roten Halbmond eine Geburtsklinik in Bagdad mit Personal und Reparaturen unterstützen.

Das Internationale Rote Kreuz bleibt beim Wiederaufbau im Irak neutral. Die täglichen Rotkreuz-Hilfen und Reparaturen werden nur durch das Symbol des Roten
Kreuzes, beziehungsweise des Roten Halbmonds, geschützt.

„Für das Rote Kreuz ist es in dieser Situation von größter Bedeutung, seine Unabhängigkeit und Neutralität zu bewahren. Das Rote Kreuz darf weder zum
Instrument der Besatzungsmächte noch der UN werden. Nur so ist die Fortführung der Hilfe auf allen Seiten des Konflikts zu gewährleisten“, sagt Dr. Johannes Richert, Bereichsleiter vom Katastrophenschutz des DRK, der am Freitag aus Bagdad zurückkehrte.

Keine irakischen Ministerien oder Behörden funktionieren zur Zeit. Dies gilt auch für Polizei, Feuerwehr und Notruf. Morde, Plünderungen und Vandalismus finden
täglich statt. Nach der vierten Genfer Konvention hat eine Besatzungsmacht die Pflicht, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Wasser- und Stromversorgung sind zu sichern. Das Internationale Rote Kreuz fordert die Besatzungsmächte auf, Krankenhäuser weiter zu schützen.

Die über 100 Delegierten vom Roten Kreuz in Irak konzentrieren zur Zeit ihre Arbeit auf drei Bereiche:

Medizinische Versorgung und Krankenhäuser
Etwa ein Drittel des Personals der Krankenhäuser in Bagdad kommt nicht zur Arbeit, da keine Gehälter gezahlt werden. In einem Krankenhaus in Bagdad wurden

350 Lebensmittelpakete für das Personal verteilt. Darüber hinaus brachte das Rote Kreuz 28.000 Wasserbeutel (je 1 Liter) in den letzten Tagen in Krankenhäuser und Gesundheitsstationen.

Um die örtlichen Krankenhäuser zu entlasten, werden 500 Basisgesundheitsstationen vom Roten Kreuz im Irak in Betrieb genommen.

Wasser und Strom
Nur 20% der Stromversorgung in Irak funktioniert zur Zeit reibungslos. Wasserstationen werden täglich geplündert um Stromleitungen und Rohmaterial zu

bekommen. Die Wasserstationen werden vom Roten Kreuz repariert, aber können vom Rotkreuz-Mitarbeiter nicht geschützt werden. 18 Wassertankwagen haben in den vergangenen Tagen in Bagdad zusätzlich 190.000 Liter Wasser verteilt.

Minen und Blindgänger
Die Zahl der Opfer durch Minen und nicht detonierter Streubomben, erhöht sich täglich. Im Südirak verlor ein neunjähriges Kind eine Hand, als es mit der Sicherung
eines Sprengkopfs spielte. Teams vom Roten Kreuz verteilen zur Zeit Informationsmaterial in besonderen gefährdeten Gebieten, darunter 50 Orte im Bezirk Basra.



Berlin, 16. Mai 2003
34/03
Hier geht es zur DRK-Homepage
http://www.drk.de


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