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Kinder brauchen dringend sauberes Wasser
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Sabine Christiansen besuchte UNICEF-Nothilfeprojekte im Irak
Kinder brauchen dringend sauberes Wasser
Choleraausbruch in Basra / Plünderungen in Wasserwerken und Schulen
Hunderttausende Menschen im südlichen Irak sind weiter ohne ausreichendes Trinkwasser. UNICEF befürchtet den Ausbruch von Epidemien, nachdem in Basra die ersten Fälle von Cholera aufgetreten sind. Cholera und die zunehmende Zahl weiterer Durchfallerkrankungen bedrohen besonders Kinder unter fünf Jahren, sie sind für die oft chronisch mangelernährten Kinder lebensgefährlich. Die Ausbreitung der Infektionen wird dadurch begünstigt, dass die Menschen auf das mit Krankheitserregern verseuchte Wasser aus den Flüssen zurückgreifen müssen. UNICEF ruft dringend dazu auf, die anhaltenden Plünderungen in Wasserwerken und anderen öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen endlich zu stoppen. In Basra wurde in den letzten Tagen das wichtige Pumpwerk Al Hussein von Plünderern komplett demontiert, allein dieses Wasserwerk versorgt sonst rund 100.000 Menschen südlich der Stadt. „Der Ausbruch von Cholera in Basra zeigt, wie dringend nötig Hilfe ist. Das Risiko einer Epidemie steigt mit den Temperaturen Tag für Tag. Wenn die Menschen nicht endlich sauberes Trinkwasser bekommen und die hygienischen Zustände verbessert werden, werden viele Kinder das nicht überstehen“, sagte UNICEF-Botschafterin Sabine Christiansen heute nach ihrer Rückkehr aus dem Irak in Berlin. Sabine Christiansen hatte sich in Basra über die UNICEF-Nothilfe informiert und dabei unter anderem Krankenstationen, Schulen und Wasseranlagen besucht.
UNICEF leistet im südlichen Irak umfangreiche Nothilfe. Jeden Tag bringen Tanklastzüge 1,5 Millionen Liter Trinkwasser von Kuwait über die Grenze. Krankenhäuser und Gesundheitsstationen werden mit wichtigen Medikamenten versorgt. UNICEF hilft bei der Wiedereröffnung der Schulen und stellt Lernmaterial bereit, damit die irakischen Kinder schnell wieder den Unterricht besuchen können. „Das Ausmaß der sozialen Krise und die Plünderungen sind nur verständlich vor dem Hintergrund von drei Kriegen und zwölf Jahren Sanktionen, unter denen die Bevölkerung leiden musste. In dieser Situation brauchen die Kinder besonderen Schutz und Hilfe“, erklärte UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs.
Trinkwasserversorgung hat Priorität Die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser hat für UNICEF im Südirak zur Zeit oberste Priorität. Doch die anhaltenden Plünderungen behindern die Arbeit schwer. Im Wasserpumpwerk Al Hussein in Basra bauten die Plünderer nach Aussagen der UNICEF- Mitarbeiter Pumpen, elektrische Anlagen, Kabel und selbst Türrahmen aus. Die Plünderungen haben nicht mehr den Charakter von Volkszorn, sondern werden organisiert durchgeführt. Die Plünderer rücken mit Lastwagen oder Eselkarren an, um ihre Beute abzutransportieren. Die Bevölkerung kann sich gegen die bewaffneten Plünderer nicht wehren. Die neu aufgebaute Polizei ist unbewaffnet und besitzt noch keine Autorität.
Die Hauptwasserleitung zwischen Basra und den südlich gelegenen Orten wird durch illegale Wasserentnahmen beschädigt. Die Menschen schlagen Löcher in die Leitung, zapfen Wasser in Kanister, aber auch in großen Mengen ab, um es anschließend zu verkaufen. Durch Stromausfälle und das Fehlen von Ersatzteilen für dringend nötige Reparaturen wird die Kapazität der Wasserwerke weiter geschwächt. So sind viele Menschen auf das Wasser aus Flüssen angewiesen, das durch Abwässer und Müll verunreinigt ist. Die Vorräte an Chlorgas zur Wasserreinigung sind inzwischen praktisch aufgebraucht. UNICEF bereitet einen Transport von 1.000 Tonnen Chlorgas sowie zusätzlichen Wassertestgeräten für den Südirak vor.
Situation in Krankenhäusern besorgniserregend Die Krankenhäuser und Gesundheitsstationen im Südirak leiden nach wie vor unter der enormen Belastung sowie dem Mangel an Medikamenten und Ausstattung. Viele Ärzte arbeiten seit Wochen ohne Gehalt und sind völlig erschöpft. Auch aus Angst wegen der nach wie vor instabilen Sicherheitslage in den Städten bleiben viele über Nacht in ihren Krankenhäusern. UNICEF versorgt Gesundheitsstationen mit Oralem Rehydratationssalz, einer Zucker-Salz-Lösung, die Kinder gegen das Austrocknen bei Durchfall schützt. Ein Kühllastwagen brachte von Jordanien aus Medikamente für 10.000 Patienten nach Bagdad, weitere Orte wurden mit dringend benötigten Medikamenten versorgt. Außerdem unterstützt UNICEF den Wiederaufbau der Kühlkette für Impfstoffe. Wegen der häufigen Stromausfälle sind viele Impfstoffe nicht mehr brauchbar und müssen neu beschafft werden.
Kinder schnell in die Schule bringen UNICEF hat dazu aufgerufen, die Schulen im Irak so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Zur Zeit gehen 25 Prozent weniger Kinder zur Schule als vor dem Krieg. Die Schulen sind aufgrund des wirtschaftlichen Niedergangs in den letzten zwei Jahrzehnten in einem sehr schlechten Zustand. UNICEF schätzt, dass etwa 6.000 Schulgebäude dringend Reparaturen benötigen.
Viele irakische Kinder sind tagsüber sich selbst überlassen, sie betteln oder versuchen, mit Arbeit etwas Geld zu verdienen. Kinder laufen Gefahr, beim Spielen durch Landminen und Blindgänger verletzt zu werden. Zudem sind viele irakische Kinder durch die Bombardements und die Schrecken des Krieges traumatisiert und brauchen dringend einen regelmäßigen Tagesablauf, um über ihre Erlebnisse hinweg zu kommen. Angesichts der nach wie vor in vielen Orten herrschenden Unsicherheit haben jedoch viele Eltern Angst, die Kinder in die Schule zu schicken. UNICEF hat bereits Hunderte so genannter „Schulen in der Kiste“ in den Irak gebracht, jede dieser Kisten enthält Lern- und Arbeitsmaterial für 80 Kinder. Der Transport weiterer Kisten ist in Vorbereitung.
UNICEF ist für die Nothilfe im Irak weiter dringend auf Spenden angewiesen:
UNICEF-Spendenkonto 300.000
Sozialbank Köln (BLZ 370 205 00)
Stichwort: Irak
oder: Spendentelefon 0137/300.000 sowie im Internet: www.unicef.de
Achtung Redaktionen: UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs und UNICEF-Pressesprecher Rudi Tarneden haben Sabine Christiansen auf der Reise in den Südirak begleitet und stehen für Interviews zur Verfügung.
UNICEF hat außerdem soeben neues Bildmaterial (BetaCam) zur Situation der Kinder im Irak erhalten. Kopien stellt die UNICEF-Pressestelle bereit.
UNICEF-Pressestelle, Rudi Tarneden, 0170/8518846 oder 0221/93650-235. Weitere Informationen im Internet unter www.unicef.de.
Angelika Söhne Pressestelle ______________ UNICEF Deutschland Höninger Weg 104 50969 Köln web: www.unicef.de Köln, den 9. Mai 2003
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