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ISSN 1610-0611
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Trotz intensiver Hilfsarbeit:

Sprengköpfe bedrohen Zivilbevölkerung im Irak

Nicht detonierte Tochtergeschosse von Cluster-Bomben und anderen Sprengköpfen sind ein zunehmendes Sicherheitsrisiko im Irak. Spielende Kinder verletzen sich an zurückgebliebenen Munitionsstücken. Um das Problem zu bewältigen, hat das Rote Kreuz 123 südirakische Freiwillige ausgebildet, die in ihren Gemeinden über die Gefahren informieren.

Der langjährige Kriegszustand hat dem Irak große Mengen explosiver Munitionsstücke hinterlassen. Experten schätzen das es im Irak mindestens 10 Millionen
Landminen gibt. Tagtäglich verletzen sich Menschen an nicht explodierten Handgranaten, Artillerie-, Mörser- oder Raketengeschossen sowie Landminen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat die Ausbildung von 123 Freiwilligen in Amara im Süden Iraks durchgeführt. Die Freiwilligen sind geschult,
um anhand von Modellen die Gefahren aufzuzeigen, Informationen zu sammeln und über ihre Erfahrungen zu berichten.

Das Rote Kreuz fordert internationale Bestimmungen, wonach Konfliktparteien sich verpflichten, Informationen über eingesetzte explosive Munition zu liefern, die Zivilbevölkerung zu informieren und gefährliche Munitionsstücke innerhalb kurzer Zeit zu räumen.

„Die einzige Lösung zur Gewährleistung eines umfassenden Schutzes der Zivilisten ist eine Kombination von vorbeugenden Maßnahmen und von Maßnahmen, die
nach einem Konflikt zu treffen sind“, meint Peter Herby, Leiter der IKRK-Dienststelle für Minen und Waffen.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist seit 22 Jahren im Irak aktiv. Während des Irak-Krieges war das Internationale Rote Kreuz als einzige Hilfsorganisation im
Land aktiv. 70 Ingenieure, Techniker und Unterstützungspersonal haben in den härtesten Kriegsphasen die Wasser und Stromversorgung von Krankenhäusern in Bagdad und Basra sichergestellt. Weitere Delegierte haben Kriegsgefangene besucht. Täglich wurden über 10.000 Liter Wasser an die Bevölkerung verteilt. Inzwischen ist das internationale Rote Kreuz mit über 600 Mitarbeitern im Irak vertreten. Darüber hinaus sind 3.000 Helfer des Irakischen Roten Halbmonds an den Hilfsarbeiten beteiligt. Die Mitarbeiter betreiben Ambulanzen, reparieren Versorgungsleitungen, verteilen Medizin und bringen den Menschen bei, wie sie sich vor dem Kriegsgerät schützen können. In den letzten Tagen wurden unter anderem zehn Tonnen Mehl an das Al Zubayr Krankenhaus in Bagdad verteilt, sowie zehn Tonnen Mehl an das ehemalige Militärkrankenhaus in Basra.

Um die Aufbauhilfe im Irak weiterführen zu können, sind wir dringend auf Spenden angewiesen:

Deutsches Rotes Kreuz
Bank für Sozialwirtschaft
Konto 41 41 41
BLZ: 370 205 00
Stichwort: Nahost


Berlin, 19. Juni 2003
52/03
Hier geht es zur DRK-Homepage
http://www.drk.de


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