amnesty international fordert Irak auf, das Statut des Internationalen Strafgerichtshofes zu ratifizieren!
ai zum Irak-Krieg: Irak soll ICC-Statut ratifizieren - Kriegsverbrechen vor Gericht!
- amnesty international (ai) ist besorgt über die wachsende Zahl von Verletzungen der Genfer Kriegsrechtskonventionen im Irak-Krieg. "Es ist ein Kriegsverbrechen, auf Zivilisten zu schießen. Die Pflicht, eigene Soldaten zu schützen, kann keine Kriegsverbrechen rechtfertigen", ist Heinz Patzelt, Generalsekretär von ai-Österreich, empört. "Die Bombardements von zivilen Fernsehstationen und der zivilen Infrastruktur sind Kriegsverbrechen und gehören umgehend beendet. Die Täter und die Befehlshaber sind vor Gericht zu stellen," fordert Heinz Patzelt.
Das humanitäre Völkerrecht verbietet unangemessene und willkürliche Angriffe: Zivile Medieneinrichtungen dürfen auch dann nicht angegriffen werden, wenn sie für Propagandazwecke genutzt werden. Die zivile Infrastruktur darf auch dann kein Angriffsziel sein, wenn sie für militärische Zwecke verwendet wird und die Folgen für die Zivilbevölkerung in keinem Verhältnis zu dem durch den Angriff angestrebten militärischen Vorteil stehen.
"Wenn die kriegsführenden Parteien ihre Soldaten und deren Befehlshaber nicht selbst vor unabhängige Gerichte stellen, so müssen sie an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) nach Den Haag ausgeliefert werden", fordert Patzelt. Leider haben bisher weder die USA noch der Irak das ICC-Statut ratifiziert, Großbritannien allerdings schon. Da Kriegsverbrechen nur dann vom ICC abgeurteilt werden können, wenn sie von Staatsbürgern eines Mitgliedsstaates oder auf dem Staatsgebiet eines Mitgliedsstaates des ICC-Statuts begangen wurden, ruft amnesty international insbesondere die kriegsführenden Parteien auf, das Statut umgehend zu ratifizieren oder zumindest für diesen Konflikt die Rechtssprechung des ICC anzuerkennen. Besonders der Irak könnte durch sofortigen Beitritt zum ICC-Statut sicherstellen, dass alle auf seinem Staatsgebiet begangenen Kriegsverbrechen der internationalen strafgerichtlichen Untersuchung durch den ICC unterliegen.
London/Wien, 2. April 2003 Maga. Michaela Klement - Presse -
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