Irak: Unterlassene Hilfeleistung ist Tötung durch Nichtstun - Luftbrücke gefordert
Im Irak werden Menschen ohne Narkose operiert - Bundesregierung muss Hilfe statt Geschäfte in den Mittelpunkt rücken
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mahnt die Bundesregierung angesichts der medizinischen und humanitären Katastrophe im Irak, endlich eine Luftbrücke mit medizinischen und anderen Versorgungsgütern zu initiieren.
„Während 20 Millionen Iraker de facto ohne medizinische Versorgung sind und Tausende deshalb sterben müssen, feilschen Deutschland, Russland und Frankreich mit den USA um Wiederaufbaugeschäfte“, kritisiert der GfbV- Generalsekretär Tilman Zülch. „Ständig erreichen uns Nachrichten aus dem Irak, denen zufolge dringende Operationen wie Amputationen ohne Narkose vorgenommen werden müssen. Andere lebensrettende Eingriffe können gar nicht durchgeführt werden.“
95 Prozent der Krankenhäuser in Bagdad sollen geplündert und versorgungsunfähig sein, sagte Zülch. Was die Menschen im Irak jetzt bräuchten, seien keine Völkerrechtsdebatten am grünen Tisch, sondern konkrete Hilfe.
Nach der Aufrüstung Saddams mit Giftgas und Hubschraubern durch deutsche Unternehmen stände es einer deutschen Regierung gut zu Gesicht, die Leiden der Menschen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, meint der GfbV-Generalsekretär: „Wenn Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesaußenminister Joschka Fischer jetzt nicht handeln und sofort eine aktive Rolle bei der internationalen humanitären Hilfe übernehmen, ist das unterlassene Hilfeleistung. Im Klartext: Tötung durch Nichtstun.“
========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen Göttingen, den 14. April 2003 ==========================================================
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