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ISSN 1610-0611
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Luftbrücke gefordert

Irak: Unterlassene Hilfeleistung ist Tötung durch Nichtstun - Luftbrücke gefordert

Im Irak werden Menschen ohne Narkose operiert -
Bundesregierung muss Hilfe statt Geschäfte in
den Mittelpunkt rücken

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)
mahnt die Bundesregierung angesichts der
medizinischen und humanitären Katastrophe im
Irak, endlich eine Luftbrücke mit medizinischen
und anderen Versorgungsgütern zu initiieren.

„Während 20 Millionen Iraker de facto ohne
medizinische Versorgung sind und Tausende
deshalb sterben müssen, feilschen Deutschland,
Russland und Frankreich mit den USA um
Wiederaufbaugeschäfte“, kritisiert der GfbV-
Generalsekretär Tilman Zülch. „Ständig erreichen
uns Nachrichten aus dem Irak, denen zufolge
dringende Operationen wie Amputationen ohne
Narkose vorgenommen werden müssen. Andere
lebensrettende Eingriffe können gar nicht
durchgeführt werden.“

95 Prozent der Krankenhäuser in Bagdad sollen
geplündert und versorgungsunfähig sein, sagte
Zülch. Was die Menschen im Irak jetzt bräuchten,
seien keine Völkerrechtsdebatten am grünen
Tisch, sondern konkrete Hilfe.

Nach der Aufrüstung Saddams mit Giftgas und
Hubschraubern durch deutsche Unternehmen stände
es einer deutschen Regierung gut zu Gesicht, die
Leiden der Menschen nicht nur zur Kenntnis zu
nehmen, meint der GfbV-Generalsekretär: „Wenn
Bundeskanzler Gerhard Schröder und
Bundesaußenminister Joschka Fischer jetzt nicht
handeln und sofort eine aktive Rolle bei der
internationalen humanitären Hilfe übernehmen,
ist das unterlassene Hilfeleistung. Im Klartext:
Tötung durch Nichtstun.“


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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Göttingen, den 14. April 2003
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