Gesellschaft für bedrohte Völker International appelliert an Präsident Bush:
Setzen Sie keine Uranhaltige Munition ein
Die Gesellschaft für bedrohte Völker International (GfbV) appelliert an Präsident Bush, keine bunkerbrechenden Bomben mit Sprengköpfen aus abgereichertem Uran einzusetzen. Sie gefährden die Zivilbevölkerung und verletzen damit die Bestimmungen der Genfer Konventionen zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten. Die sechs Sektionen der GfbV International fordern in Schreiben an ihre jeweilige amerikanische Botschaft eine vollständige Aufklärung über den Einsatz dieses Waffentyps. Im Rahmen der Genfer Konventionen ist für derartige Vertragsverletzungen die Einsetzung einer Fact-Finding-Mission vorgesehen.
Bei den heutigen Bombardierungen von Bagdad hatte die amerikanische Luftwaffe satellitengesteuerte bunkerbrechende Bomben eingesetzt. Dies meldete der US- Nachrichtensender CNN. Die Gegend um die Ziele in der Innenstadt sei in dichten Rauch gehüllt gewesen, berichteten Journalisten aus Bagdad. Die 4.5-Tonnen-Bomben des Typs GBU-37 können zur verbesserten Durchschlagskraft mit Sprengköpfen aus abgereichertem Uran bestückt werden. In den Konflikten am Golf, in Kosovo und Afghanistan hat die amerikanische Armee solche Sprengköpfe bereits eingesetzt. Daher ist die Verwendung von abgereichertem Uran auch jetzt zu befürchten. Durch den freigesetzten Uranstaub würde eine langfristige Verseuchung der irakischen Hauptstadt drohen.
Das Uranium Medical Research Center (UMRC) in Richmond Hill im kanadischen Bundesstaat Ontario hat in seiner Studie vom November 2002 in Teilen Afghanistans eine 100fach höhere Urankonzentration als normal nachgewiesen, was auf den Einsatz von Uran-Munition schließen lässt. Dies ist für die betroffene Bevölkerung äußerst gesundheitsschädigend. In Form von Uranstaub, verseuchter Erde, Nahrung und vor allem von verseuchtem Wasser führt das toxische Uran hauptsächlich zu Nierenschäden und Lungenkrebs. Zudem kann Uran das Zentralnervensystem schädigen und möglicherweise die Reproduktionsfähigkeit beeinträchtigen.
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