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100.000 Unterschriften gegen den Krieg
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* Friedensdelegation bei Staatsministerin im AA Kerstin Müller * Lob und Kritik * Nicht nur Worte, sondern auch Taten
Am Freitagnachmittag besuchte eine Delegation der Friedensbewegung die Statsministerin im Auswärigen Amt Kerstin Müller, um ihr drei Körbe voller Unterschriftenlisten zu übergeben. Dabei handelte es sich um einen Appell, in dem nicht nur Nein zum drohenden Irakkrieg gesagt wird, sondern in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, ihre Spürpanzer aus Kuwait und ihre Marineverbände aus der Golfregion abzuziehen. Die Bundesregierung dürfe keinerlei politische oder militärische Unterstützung für den völkerrechtswidrigen Krieg leisten, heißt es darin.
Die Unterschriften (es waren genau 101.300) unter den sog. Wilhelmsburger Appell (nach dem Hamburger Stadtteil Wilhelmburg, wo der Appell ursprünglich entstand) waren in den letzten Monaten im ganzen Land von Friedensinitiativen gesammelt worden. Der Bundesausschuss Friedensratschlag hatte die Aktion zusammen mit dem Deutschen Friedensrat koordiniert. Kerstin Müller bedankte sich für die Unterschriften und auch für das Engagement der Friedensbewegung gegen den Irakkrieg.
Die Delegation der Friedensbewegung hatte aber nicht nur lobende Worte für die Bundesregierung mitgebracht, sondern auch kritische Fragen etwa nach der juristischen Beurteilung des nun begonnenen Irakkrieges und nach der faktischen deutschen Unterstützung des US-Krieges in Form von gewährten Überflugrechten u.ä. Eine Annäherung der Standpunkte in diesen Fragen war nicht möglich. Die Staatsministerin vertrat den Standpunkt, dass der Krieg nicht juristisch zu beurteilen sei (hier gebe es unterschiedliche Rechtsauffassungen), sondern dass es sich um eine politische Frage handle. Die Überflugrechte oder die Nutzung der US-Militärstützpunkte in Deutschland für den Krieg sei eine vernachlässigbare Größe. Es wäre verhängnisvoll, diese rein symbolischen Frage so hoch zu hängen. Vor allem dürfe das deutsch-amerikanischen Verhältnis nicht weiter beschädigt werden.
Die Vertreter/innen des Friedensratschlags versprachen dagegen, den Druck auf die Bundesregierung aufrechtzuerhalten. Dem Nein zum Krieg müssten nun auch konkrete Taten folgen. Dies würde von den Menschen, die sich zur Zeit gegen den Krieg engagieren und zu Millionen auf die Straße gingen, genauso gesehen.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag: Peter Strutynski (Sprecher) Kassel, den 23. März 2003 Besuchen Sie die Homepage des Friedensratschlags:
http://www.friedensratschlag.de
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