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ISSN 1610-0611
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Beckstein verunglimpft Opfer des Saddam Regimes

Bayerns immer wieder extremistischer
Innenminister Günther Beckstein will politische
Flüchtlinge aus dem Irak vom Staatsschutz
beobachten lassen, weil der Freistaat Bayern mit
seiner großen Zahl an Exilirakern angeblich
besonders bedroht sei. Wir verstehen nicht, dass
Beckstein ausgerechnet diese Flüchtlinge, die
überlebenden Opfer von zwei Völkermordverbrechen
jetzt intensiv observieren lassen möchte. Saddam
Hussein sind 500.000 Kurden und etwa 400.000
Schiiten zum Opfer gefallen. Auch Zehntausende
Demokraten, Sozialisten, Gewerkschaftler,
Christen, ins Ausland geflüchtete oppositionelle
Angehörige der Frauenbewegung wurden ermordet.
Offensichtlich hat Bayerns Innenminister aus der
deutschen Geschichte, dem Holocaust oder der
Massenvertreibung von Deutschen nach 1945 nicht
das Geringste gelernt. Im Übrigen wird
Deutschland, dessen Regierung sich seit Monaten
gegen den Irakkrieg gewandt hat, das letzte Land
sein, welches einen Anschlag des irakischen
Regimes zu befürchten hat.

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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Göttingen, 19. März 2003
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