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UN-Bericht ueber Atomanlage
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Greenpeace: UN-Bericht ueber Atomanlage im Irak verharmlost nukleares Desaster
- Als voellig unzureichend bewertet Greenpeace den heute veroeffentlichten Bericht der Internationalen Atomenergiebehoerde (IAEO) ueber Pluenderungen in der irakischen Atomanlage Tuwaitha. "Schockierend ist nicht, was in dem Bericht steht, sondern, was nicht drin steht", erklaert Stefan Schurig, Leiter der Energieabteilung von Greenpeace. Verantwortlich dafuer ist aber nicht die IEAO, sondern die US-Verwaltung: Diese hatte der UN-Organisation nur gestattet, den Verbleib der 500 Tonnen Uran in Tuwaitha zu untersuchen. Davon sind laut Schaetzung der IAEO mindestens 10 Kilogramm verschwunden. In Tuwaitha gab es aber noch insgesamt 400 weitere Strahlenquellen, so genannte hochradioaktive industrielle Isotope. Wie viele davon gepluendert wurden, durfte die IAEO nicht untersuchen - obwohl diese Isotope fuer den Menschen viel gefaehrlicher sind als Uran. Greenpeace hat im vergangenen Monat mit einem eigenen Team in Doerfern rund um die Atomanlage zahlreiche dieser Isotope gefunden.
"Die US-Verwaltung hat von Anfang an versucht, das Ausmass der Pluenderungen und das nukleare Desaster in Tuwaitha unter dem Deckel zu halten", sagt Schurig. "Es ist ein Skandal, dass die Experten der IAEO von den groessten Problemen vor Ort ferngehalten wurden."
Die Atomanlage Tuwaitha war nach dem Sturz Saddam Husseins Anfang April von Einwohnern umliegender Doerfer gepluendert worden. Greenpeace war im vergangenen Monat mit einem internationalen Team vor Ort, um das Ausmass der Verseuchung zu untersuchen und die Bevoelkerung vor der Gefahr zu warnen. Die gemessene Strahlung ist alarmierend: Auf dem Gelaende einer Grundschule lagen die Werte um das 3000-fache ueber dem Normalwert, in einem Wohnhaus in der Naehe der Atomanlage sogar um das 10.000-fache. In der Region um Tuwaitha leben rund 10.000 Menschen.
"Die Menschen werden im Moment mit dem Problem voellig allein gelassen", sagt Stefan Schurig. "Die US-Verwaltung muss deshalb unverzueglich der IEAO unbeschraenkten Zugang zu der Region gewaehren, damit die UN-Organisation die Verseuchung erfassen und beseitigen kann."
Hamburg, 16. 7. 2003 http://www.greenpeace.de/
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