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ISSN 1610-0611
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Weichmacher in Kinderspielzeug

Kein Schutz vor „unbeabsichtigten“ Weichmachern in Kinderspielzeug
vzbv: Schutz der Verbraucher nach wie vor nicht gewährleistet – EU-Kommission entscheidet sich für Schutz der Chemiebranche

- Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat sich enttäuscht über die von der EU- Kommission vorgelegte Chemikalienverordnung gezeigt. Der vzbv kritisierte, dass die Kommission nicht den Mut zu einem großen Wurf gehabt hätte. „Der Schutz vor ungeprüften chemischen Substanzen im Alltag bleibt weiter lückenhaft“, sagte vzbv- Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. „Die Kommission hat dem Druck der chemischen Industrie nachgegeben und damit eine Chance verpasst, weitreichende Regelungen zum Schutz der Verbraucher zu verabschieden.“ Inhaltlich bliebe die Verordnung weit hinter den Erwartungen und Notwendigkeiten des Verbraucherschutzes zurück. „Das Prinzip heißt auch künftig: die Politik handelt erst dann, wenn der Schaden da ist.“

Der vzbv kritisierte, dass im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf Zugeständnisse ausschließlich an die Industrie gemacht wurden. „Auch die europäischen Verbraucherverbände haben im Rahmen des Konsultationsprozesses einen umfassenden Forderungskatalog eingebracht. Die Mühe hätten wir uns sparen können“, so Edda Müller. Im Zuge der Aufweichung des Entwurfs werden bestimmte Kunststoffe (Polymere) sowie Stoffe mit einer Jahresproduktion von unter zehn Tonnen vom Zulassungssystem ausgeschlossen. Besonders kritisiert der vzbv, dass künftig nur solche Substanzen registriert werden sollen, die bestimmungsgemäß aus Artikeln freigesetzt werden. Gelangen dagegen beispielsweise fortpflanzungsschädliche Weichmacher im Kinderspielzeug unbeabsichtigt in den menschlichen Körper, bleibt dies von der Verordnung unberührt. „Dies zeigt wie wichtig es ist, bei der Prüfung einer Chemikalie auch deren Verwendungszweck, den gesamten Lebenszyklus und die mögliche Summenwirkung mit anderen Chemikalien einzubeziehen“, so Müller. Zudem müssten auch solche Stoffe berücksichtigt werden, deren Gesundheitsgefahr zwar noch nicht bewiesen ist, bei denen jedoch ein konkreter Verdacht auf eine gesundheitsschädigende Wirkung vorliegt.

Aus Sicht des vzbv kann eine neue Chemikalienpolitik nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht nur – wie bisher vorgesehen – an der chemischen Substanz, sondern konkret am Produkt ansetzt. „Selbst wenn das Ziel der Kommission erreicht wird, innerhalb von zehn Jahren die wichtigsten chemischen Substanzen zu registrieren und auf ihre Schädlichkeit zu überprüfen, bringt dies den Verbrauchern wenig, wenn diese nicht aus Verbraucherprodukten verbannt werden oder nicht erkennbar ist, wo und in welchen Produkten potentiell gefährliche Substanzen auftauchen“, so Edda Müller. Anhand von Steckbriefen alltäglicher Verbraucherprodukte hatte der vzbv bereits im Juli aufgezeigt, dass als krebserzeugend, erbgutverändernd, allergen oder fortpflanzungsgefährdend eingestufte Chemikalien nach wie vor Bestandteil zahlreicher Verbraucherprodukte sind.

Die Haltung der chemischen Industrie bezeichnete der vzbv als kurzsichtig. Eine am Prinzip der Vorsorge ausgerichtete Chemikalienpolitik stärke langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Auch gesamtwirtschaftlich sei dies sinnvoll. In der hitzig geführten Kostendiskussion seien die enormen gesamtwirtschaftlichen Kosten für die Allgemeinheit, etwa durch Krankheit oder den Ausfall von Arbeitskräften, gänzlich zu kurz gekommen. Eine stärkere Unterstützung in der Debatte hätte sich der vzbv von Bundesverbraucherministerin Künast erwünscht, die sich auffallend zurückgehalten habe.

Ein Hintergrundpapier des vzbv zur Chemikalienpolitik „Gefährliche Lücken – der Schutz der Verbraucher vor Chemikalien“ finden Sie hier [178 KB] .



29.10.2003
http://www.vzbv.de


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