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ISSN 1610-0611
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Weltbank im Ölrausch

WWF verurteilt Finanzierung der BTC-Pipeline und kritisiert Bruch der Umweltstandards

Mit ihrer Entscheidung zu Gunsten der umstrittenen BTC-Pipeline hat die Internationale Finanzkorporation (IFC) nach Ansicht des WWF ihre eigenen Umweltstandards ad absurdum geführt und sich dem Druck aus Wirtschaft und Politik gebeugt. Der Vorstand des Weltbank-Ablegers hatte am Dienstag grünes Licht für eine finanzielle Unterstützung der 3,6 Milliarden US-Dollar teuren Pipeline gegeben, die unter Federführung des Ölkonzerns BP durch den Kaukasus gebaut wird und ab 2005 Erdöl von Baku in Aserbaidschan über Tiflis in Georgien nach Ceyhan an der türkischen Mittelmeerküste transportieren soll. WWF-Experte Frank Mörschel: „Bei der BTC-Pipeline handelt es sich um ein höchst riskantes Bauprojekt. Die 1.760 Kilometer lange Trasse zerschneidet wertvolle, international anerkannte Schutzgebiete und führt durch extrem Erdbeben gefährdetes Gebiet. Ölkatastrophen sind vorprogrammiert.“

Der WWF kritisiert, dass IFC und Weltbank ihre eigenen ökologischen und sozialen Standards bei der Zustimmung für das kontroverse Mammutprojekt ignorierten. Mörschel: „Festgelegte Projektentwicklungs-, Konsultations- und Entscheidungsfindungsprozesse entsprachen nicht den gültigen Standards. Der WWF konnte zudem schwere Mängel in der Durchführung des Projekts feststellen.“ Die rechtliche Absicherung der Pipeline in den einzelnen Ländern setze teilweise nationale Gesetze außer Kraft. Außerdem behindere die Pipeline dort die nachhaltige Entwicklung.

IFC und Weltbank trafen ihre Entscheidung unter erheblichem Druck aus Wirtschaft und Politik. Denn das von BP geführte BTC-Konsortium möchte an einem der größten Ölschätze der Erde verdienen. Auf bis zu 5,6 Milliarden Tonnen Öl werden die Reserven um das Kaspische Meer geschätzt das ist das drittgrößte Vorkommen weltweit. Nach Ansicht des WWF handelt es sich bei der BTC-Pipeline vor allem um ein politisches Projekt. Frank Mörschel: „Wichtigstes Ziel dieses Bauvorhabens ist, das Öl aus dem Kaspischen Meer an Russland und den OPEC-Staaten vorbei in den Westen zu bringen. Dafür scheint kein Risiko zu groß.“ Nur so lasse sich erklären, dass BP seine Pipeline quer durch sensible Ökosysteme, anerkannte Schutzgebiete und Regionen mit extrem hoher Erdrutsch- und Erdbebengefahr baut.

Von der Entscheidung der IFC dürfte eine hohe Signalwirkung an den gesamten Finanzsektor ausgehen, der rund 70 Prozent des Projekts finanzieren soll. Frank Mörschel: „Nach diesem Beschluss der Weltbank sind der Finanzierung weiterer unverantwortlicher Projekte durch internationale Kreditanstalten Tür und Tor geöffnet. Es steht zu befürchten, dass sich andere Finanzinstitutionen dem Votum anschließen.“ Der WWF hoffe jedoch, dass deutsche Finanzierer ihre Verantwortung für die Umwelt ernster nehmen und dieses folgenschwere Projekt nicht unterstützen.




Frankfurt am Main, 06.11.03:
WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
www.wwf.de


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