ai zum drohenden Krieg im Irak: Menschenrechte nicht geopolitischen Interessen opfern!
- amnesty international (ai) fordert vom UNO-Sicherheitsrat eine offene Debatte über die humanitären Folgen einer Militäraktion gegen den Irak sowie die Entsendung von Menschenrechtsbeobachtern. "Wir verurteilen die laufende Debatte, die vorgibt, dass ein Krieg gegen den Irak im Namen der Menschenrechte und der Freiheit der irakischen Bevölkerung geführt würde", so Heinz Patzelt, Generalsekretär von ai-Österreich.
ai macht seit Jahren auf die Menschenrechtsverletzungen im Irak aufmerksam, ohne dass die westlichen Länder bisher darauf reagiert haben. "Die Menschenrechte dürfen nicht selektiv dazu missbraucht werden, wenn es um die Wahrung der eigenen politischen Interessen geht", so Heinz Patzelt. ai verlangt alles zu unternehmen, das den Schutz der irakischen Zivilbevölkerung und die Einhaltung der Menschenrechte sichert.
In einem Brief an den Präsidenten des UNO-Sicherheitsrats erklärte ai letzte Woche, bisher sei in der Debatte über einen Krieg gegen den Irak den Menschenrechten und den humanitären Folgen einer solchen Intervention nicht genug Rechnung getragen worden. "Diese Aspekte müssen jedoch umso dringender berücksichtigt werden, als über einen Krieg gegen ein Land verhandelt wird, dessen Bevölkerung seit Jahren unter den Menschenrechtsverletzungen der eigenen Regierung sowie unter den Sanktionen zu leiden hat", so Heinz Patzelt. Deshalb fordert ai vom Sicherheitsrat eine offene Debatte über die Auswirkungen jeglicher Militärintervention auf die humanitäre und die Menschenrechtssituation im Irak. Eine solche Debatte müsse, anders als von UNO-Generalsekretär Kofi Annan vorgesehen, öffentlich und transparent sowie unter Anwesenheit aller UNO-Mitglieder geführt werden.
amnesty international fordert den UNO-Sicherheitsrat auf:
- die Auswirkungen jeglicher Militäraktionen auf die Menschenrechtssituation sowie die humanitäre Lage der irakischen Bevölkerung zu prüfen;
- dem Risiko massiver Flüchtlingswellen Rechnung zu tragen, die ein Krieg auslösen würde. Diese Situation würde offene Grenzen und internationale Solidarität erfordern, um die Flüchtenden zu unterstützen und zu schützen;
- dem Risiko Rechnung zu tragen, dass während einer Militärintervention das humanitäre Völkerrecht massiv verletzt werden könnte;
- sicherzustellen, dass gemäss Resolution 57/232 vom vergangenen Dezember sofort Menschenrechtsbeobachter in die Region entsendet würden.
claudia.emmrich
www.amnesty.at
London/ Wien, 12. Februar 2003 Mag. Michaela Klement - Presse
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