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ISSN 1610-0611
Newsletter


Atomwaffen gegen den Irak


Zu den Drohungen des britischen Außenministers
Geoff Hoon, in bestimmten Situationen auch Atomwaffen
gegen den Irak einzusetzen, erklärt der Generalsekretär
der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV),
Tilman Zülch:

Nichts aus Hiroshima und Nagasaki gelernt:
Gefährliches und zynisches Spiel mit dem Leben
eines ganzen Volkes!

Derlei verbale Aufrüstung ist zynisch und
absolut inakzeptabel. Mit der Androhung
Atomwaffen einzusetzen versetzt Großbritannien
die ohnehin leidgeprüfte Bevölkerung des Irak in
Angst und Schrecken. Denn Atomwaffen treffen
nicht das gut beschützte Regime des irakischen
Tyrannen Saddam Hussein, sondern unmittelbar die
Volksgruppen des Irak selbst. Wir erinnern
daran, dass die Kurden und assyrischen Christen
im Norden, wie die Shiiten im Süden bereits
Opfer von Genozidverbrechen geworden sind.

Wer mit dem Sturz eines Tyrannen die moralische
Legitimation für einen Krieg sucht, entzieht
sich spätestens nach der Bedrohung des ganzen
Volkes selbst die Grundlage.

Die entsetzlichen Bilder der von Atombomben
verwüsteten Regionen um Hiroshima und Nagasaki
sollten jedem noch vor Augen sein. Wer nach
diesen Ereignissen mit dem Einsatz der Atombombe
spielt, ignoriert die furchtbaren Folgen für
ganze Generationen verstrahlter und
verstümmelter Menschen. Er handelt unmenschlich
und geschichtslos.

Ich fordere die Regierenden in London und
Washington auf, sich vielmehr um das Schicksal
des von Saddam Hussein unterjochten irakischen
Volkes zu sorgen. Statt Drohungen mit atomaren
Bombardements werden Menschenrechtsinspektoren
gebraucht, die die Situation des irakischen
Volkes dokumentieren. Die Weltgemeinschaft ist
aufgefordert, alle politischen Mittel zu nutzen,
um den Menschen im Irak und der gesamten Region
in Nahost eine Perspektive in Frieden und
Freiheit zu geben.



=========================================================
Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
========================================================== Göttingen, 04.02.2003


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