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ISSN 1610-0611
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Brot für die Welt: Ein Stück Gerechtigkeit


Nein zum Krieg!
Eindringlicher Appell der kirchlichen Hilfswerke

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben die
kirchlichen Hilfswerke "Brot für die Welt", der Evangelische
Entwicklungsdienst (eed) und MISEREOR ihre uneingeschränkte Unterstützung
für den Friedensappell von Papst Johannes Paul II. erklärt. Gleichzeitig
fordern die Hilfswerke die Bundesregierung auf, ihren Einfluss mit
gleichgesinnten Europäischen Partnern geltend zu machen, um die akute
Bedrohung einer militärischen Intervention im Irak abzuwenden. Alle
Möglichkeiten einer friedlichen politischen Konfliktlösung müssten
ausgeschöpft werden, heißt es in der Stellungnahme.

"In unserem Engagement für die Armen gilt unsere besondere Sorge der bereits
seit Jahren unter den Repressalien des Regimes sowie den Auswirkungen des
UN-Embargos leidenden Zivilbevölkerung. Sie wäre in erster Linie Opfer eines
Militärschlages", erklärt MISEREOR Hauptgeschäftsführer Josef Sayer die
Haltung der Werke. "Die Zahl der Todesopfer und der Verletzten und für ihr
Leben Gezeichneten kann in die Hunderttausende gehen."

Weiter heißt es in der Erklärung: "Die bereits jetzt unzureichenden
Kapazitäten zur medizinischen Versorgung der notleidenden Bevölkerung
werden nach einem Krieg vollständig zerstört sein. Dazu kommen die immensen
Schäden für die Wirtschafts- und Infrastruktur des Landes. Zudem ist völlig
ungewiss, unter welchen politischen Bedingungen und mit welcher Perspektive
der Wiederaufbau des Landes möglich sein wird."

In keiner Weise vorhersehbar seien die politischen und sozialen
Rückwirkungen einer Militärintervention auf die Nachbarländer der Region des
Nahen Ostens und insbesondere auf die Situation in Israel, so Cornelia
Füllkrug-Weitzel, Direktorin von "Brot für die Welt". Das Risiko
zusätzlicher Instabilitäten sowie neuer sozialer und politischer
Konfliktherde von Nigeria bis Indonesien sei unkalkulierbar.

Konrad von Bonin, Vorstandsvorsitzender des Evangelische
Entwicklungsdienstes, führt die Befürchtungen zahlreicher kirchlicher und
nichtkirchlicher Partner in Afrika und Asien an: "Kirchenvertreter der
Region und in Afrika und Asien weisen darauf hin, dass ein US-Militärschlag
auf den Irak in ihrem Land vorrangig als Angriff eines christlichen auf ein
islamisches Land angesehen wird. Sie erinnern uns daran, dass als Reaktion
auf die Terroranschläge des 11. September 2001 in Nigeria Unruhen ausbrachen
und über 3000 Menschen starben," so von Bonin.





Claudia Dengler
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Brot für die Welt - Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Werbung
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(Aachen, 17.01.2003).


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