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ISSN 1610-0611
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Die neue Friedensbewegung

Von Gauweiler bis zu den Linken: Die neue Friedensbewegung

Die neue Friedensbewegung in Deutschland marschiert nicht mehr für das Proletariat und unter linken Parolen, sondern für Recht und Ordnung, "für die bürgerliche Gemeinschaft des Völkerrechts", wie die konservative FAZ herausgefunden hat. Karl Lamers und Peter Gauweiler, Jürgen Todenhöfer und Franz Alt haben sich nie als links verstanden, aber sie füllen in diesen Tagen und Wochen bei ihren Vorträgen gegen den geplanten Irak-Krieg der USA republikweit die Säle.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler hat mit seiner Frage: "Wem wollen wir glauben: Dem Papst oder George W. Bush?" die Konservativen voll erwischt. Über das "C" im Parteinamen und seine pazifistische Verpflichtung wird plötzlich wieder nachgedacht und gestritten in CDU und CSU.

Dazu trägt auch der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer mit seinem emotional geschriebenen Anti- Kriegs-Buch: "Wer weint schon um Abdul und Tanaya?" bei. Todenhöfer: "Den Irak kann man nicht mehr k.o. schlagen, der Irak ist k.o.. Ich war in den letzten Monaten zweimal im Irak. Das Land ist am Ende, die Menschen auch. Laut Unicef haben die UN-Sanktionen über 500.000 irakischen Kindern und ebenso vielen Erwachsenen das Leben gekostet."

Der Irak besitzt heute kein Flugzeug und keine Rakete, welche die USA erreichen könnten. Aber die feigen US-Politiker im Weißen Haus wollen das geschundene Land vollends kaputt bomben - so wie sie vor 14 Monaten auf das ebenfalls kaputte Afghanistan Bomben geschmissen und tausenden Menschen den Tod gebracht haben - nur nicht Osama Bin Laden. Der geplante Irak-Krieg ist moralisch eine Bankrotterklärung, poliDer Irak besitzt heute kein Flugzeug und keine Rakete, welche die USA erreichen könnten. Aber die feigen US-Politiker im Weißen Haus wollen das geschundene Land vollends kaputt bomben - so wie sie vor 14 Monaten auf das ebenfalls kaputte Afghanistan Bomben geschmissen und tausenden Menschen den Tod gebracht haben - nur nicht Osama Bin Laden. Der geplante Irak-Krieg ist moralisch eine Bankrotterklärung, politisch absurd und militärisch auf dem Pulverfass Nahost hoch gefährlich.

30 tage US-Bomben auf Irak kann 30 Jahre Terror gegen die ganze Welt zur Folge haben. Ein Angriffskrieg in dieser Situation ist eine verbrecherische Aggression - gegen jedes Völkerrecht, gegen jede Moral und gegen jede Vernunft.

Doch auf diesen Krieg wartet Bin Laden so sehnsüchtig wie die US-Ölindustrie. Wer - wie George W. Bush - blind ist für Klimaschutzpolitik und Erneuerbare Energien - hat einen einzigen Grund für diesen Krieg: Der Kampf um die zu Ende gehenden Ölressourcen. Doch immer gibt es naive Publizisten und Journalisten in Deutschland, die diesen einzigen realpolitischen Grund für diesen Krieg leugnen oder verdrängen. Nie war der Schurke Saddam Hussein so schwach und so kontrolliert von Waffeninspektoren wie heute.

Jürgen Todenhöfer:
„Das Irak-Problem ließe sich bei gutem Willen innerhalb kürzester Zeit politisch lösen. Saddam ist schwer angeschlagen. In Verhandlungen könnte der Westen als Gegenleistung für eine Wiederaufnahme des Irak in den Kreis gleichberechtigter Nationen und für eine Aufhebung der Sanktionen zurzeit fast alles erreichen:
Gewaltverzichtsverträge mit den Nachbarstaaten und mit Israel, eine wirksamere Rüstungskontrolle und gegen Sicherheitsgarantien auch weitere Abrüstung, Garantien für Kurden und Schiiten, eine aktive Beteiligung des Irak am Antiterrorkampf sowie eine Sicherung der westlichen Ölversorgung. Man muss notfalls mit dem Teufel verhandeln, wenn man dadurch einen gerechten Frieden erreichen kann.

Hier sind vor allem Schröder und Chirac gefordert. Sie müssen endlich eine politische Alternative zu Bushs "Krieg um jeden Preis"-Politik vorlegen und eine diplomatische Offensive starten. Mit mangelnder Bündnistreue hat das nichts zu tun. Kein Bündnispartner muss sich an völkerrechtswidrigen Kriegen und kolonialistischen Raubzügen beteiligen. Wer Amerika liebt, muss nicht alle seine Kriege lieben.

Krieg ist leicht, Frieden viel schwerer. Aber gerade im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen und des Terrorismus gelten John F. Kennedys prophetische Worte: "Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende."

Wir leben schließlich im Atomzeitalter. Das heißt: Die Menschheit besitzt mehr Sprengstoff als Nahrungsmittel. Soll so Frieden geschaffen werden. Die gesamte Anti-Terror-Koalition muss erfolglos bleiben, wenn sie nicht endlich von einer effektiven Anti-Hunger-Koalition abgelöst wird.



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Franz Alt
http://www.sonnenseite.com


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