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Krieg ist Terror - überall!
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Putin in Berlin: Proteste gegen Tschetschenien-Krieg Demonstration am 9.2.03, 11 Uhr, Brandenburger Tor
Am 9. Februar 2003 kommt der russische Staatspräsident Putin nach Berlin - im Rahmen des deutsch-russischen Kulturaustausches. Gleichzeitig geht in Tschetschenien das Morden weiter. Gegen ein solch einseitiges Kulturverständnis wird Attac Berlin gemeinsam mit der Deutsch-Kaukasischen Gesellschaft, der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und weiteren Organisationen auf die Straße gehen: mit einer Demonstration, die um 11 Uhr am Brandenburger Tor beginnt.
Als im vergangenen Mai US-Präsident Bush nach Berlin kam, demonstrierten rund 70.000 Menschen gegen seine Politik. Damals äußerte Bundesaußenminister Fischer, es könne nicht sein, dass Russlands Präsident Wladimir Putin in Berlin fröhlich empfangen, Bush hingegen wie ein Feind behandelt werde. Da stimmen wir ihm ausnahmsweise zu. Auch mitten in den Vorbereitungen auf den 15. Februar, den weltweiten Aktionstag gegen einen Irak-Krieg, dürfen wir den so genannten "Anti-Terror-Krieg" nicht dort ignorieren, wo er bereits in vollem Gange ist. So wie Bush im "Kampf gegen den Terror" seine wahre Bestimmung gefunden hat, trat Putin sein Präsidentenamt als Mann des Krieges an. Nach dem 11. September stellte er, wie andere blutige Herrscher, sein Vorgehen in eine Reihe mit dem Anti-Terror-Krieg der USA. Mit Erfolg: Prompt rief Bundeskanzler Schröder zu einer "differenzierteren Bewertung" des Tschetschenienkrieges auf. Jetzt zeichnet sich zwischen USA und Russland ein wechselseitiges Stillschweigen zu Irak und Tschetschenien ab.
Nach Berichten internationaler Menschenrechtsorganisationen wurden seit 1994 über 150.000 Tschetschenen durch die russische Armee getötet. Es wird von täglichen Hinrichtungen, Folterungen, Vergewaltigungen und Plünderungen berichtet. In letzter Zeit häufen sich Anzeichen, dass die russischen Kräfte gezielt die Ermordung von Männern zwischen 15 und 60 Jahren betreiben. Unbestritten ist, dass auch einzelne tschetschenische Gruppen Terrorakte verüben. Die Bereitschaft dazu wird jedoch maßgeblich durch den russischen Staatsterror und die ausbleibende Reaktion des Westens gefördert. Diese Radikalisierung liefert wiederum Russland die Rechtfertigung zu noch härterem Vorgehen. Der Bevölkerung Tschetscheniens wird so vor den Augen der Welt das Recht auf Leben geraubt, nachdem ihre wirtschaftlichen und kulturellen Grundlagen bereits zerstört sind.
In dieser Situation ist vor allem ein "Kulturaustausch" notwendig: Die Barbarei des Krieges muss gegen eine Kultur des Friedens und der Vernunft ausgetauscht werden. Die Gewaltpolitik der Herrschenden, die einander gegenseitig Komplizen sind, muss gegen die Solidarität der Völker ausgetauscht werden. Weder die Rücksichtnahme auf Wirtschaftsinteressen noch der berechtigte Wunsch nach harmonischen deutsch-russischen Beziehungen darf dazu führen, dass zu den Verbrechen in Tschetschenien geschwiegen wird. Die Bundesregierung muss bei ihrem Gast Putin mit allen diplomatischen Druckmitteln darauf dringen, sofort die Vernichtung der Zivilbevölkerung zu stoppen und Friedensgespräche wieder aufzunehmen.
* Krieg ist Terror - überall! * Nein zum Krieg in Tschetschenien - und nein zum Schweigen dazu! * Abzug der russischen Truppen - Friedensgespräche mit den demokratischen Kräften in Tschetschenien!
* Daniel Blobel, * Ekkehard Maaß, Deutsch-Kaukasische Gesellschaft, www.d-k-g.de
Attac Berlin, Pressemitteilung 6.2.2003
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Bündnis-Demonstration | Irakische Flüchtlinge brauchen Schutz
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