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StM Kerstin Müller: Nein zum Irak-Krieg
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StM Kerstin Müller: Nein zum Irak-Krieg, Ja zu frauenspezifischen Themen im UN-Sicherheitsrat
Staatsministerin im Auswärtigen Amt Kerstin Müller beim *Ladies Lunch" der Böll-Stiftung - *Gender-Unit" soll auf Berücksichtigung von geschlechterspezifischen Fragen in internationaler Konflikt- und Krisenbearbeitung achten
Bei einer frauenpolitischen Hintergrundrunde des Feministischen Instituts der Heinrich-Böll-Stiftung betonte Staatsministerin Müller ein klares Nein zum Irak-Krieg als Position des Auswärtigen Amts. Sie äußerte zugleich die Sorge, daß ein Krieg gegen den Irak einen Flächenbrand in der gesamten Region auslösen könne, der kaum noch zu steuern sei. Eindringlich forderte sie die Zuhörerinnen auf, das Auswärtige Amt in seiner Position mit breiter Diskussion zu unterstützen.
Die Bundesregierung werde sich, so Müller, während ihrer 2jährigen Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat dafür einsetzen, daß Frauen in UN-Missionen zur Friedenssicherung verstärkt ein-gebunden und an Friedensverhandlungen beteiligt werden. Darüber hinaus will sie sich für die Ein-richtung einer *Gender Unit" im Bereich des *Peacekeepings" und für die angemessene Berück-sichtigung der Geschlechterperspektive im Bereich der internationalen Konflikt- und Krisenbear-beitung stark machen. Diese Zusicherung machte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Kerstin Müller am Freitag nachmittag in Berlin im Rahmen des sogenannten *Ladies Lunch", das das Feministische Institut der Heinrich Böll Stiftung vierteljährlich mit Expertinnen aus unterschiedlichen Bereichen sowie Grünen Politikerinnen und feministischen Aktivistinnen veranstaltet.
Thema dieses Ladies Lunches war *Die Bundesrepublik im UN-Sicherheitsrat: Feministische und genderpolitische Forderungen an die Rolle und Politik der Bundesregierung", an dem sich mehr als 50 Frauen beteiligten. Zuvor hatte eine Runde von Wissenschaftlerinnen, friedenspolitischen Akti-vistinnen und Politikerinnen einen Forderungskatalog erstellt, den sie mit der Staatsministerin dis-kutierten und der an die Bundesregierung übergeben wird. Er sieht im wesentlichen vier zentrale Punkte vor, die die Expertinnen von der Bundesregierung fordern: ein klares Nein zum Irak-Krieg, den Einsatz der Bundesregierung für die Umsetzung der UN-Resolution 1325, die u.a. regelt, daß Frauen in Entscheidungsprozessen hinsichtlich Krieg und Frieden, in Fragen der zivilen Konfliktbearbeitung und Krisenprävention beteiligt werden. Weiter erwarten die Expertinnen, daß die Bundesregierung sich für die Anwendung eines erweiterten Sicherheitsbegriffs einsetzt, der Gewalterfahrungen von Frauen in verschiedenen Situationen, insbesondere auch in Nachkriegsgesellschaften durch die eigenen kriegstraumatisierten Männer berücksichtigt. Ausgehend von dem Beschluß, einen Runden Tisch von Wissenschaftlerinnen, frauenfriedenspolitischen Gruppen und anderen feministischen Aktivistinnen einzurichten, der die Arbeit der Bundesregierung im UN-Sicherheitsrat kritisch begleitet, forderten die Teilnehmerinnen des Ladies Lunch von der Bundes-regierung die Finanzierung eines solchen frauenpolitischen Rates, der ihrer Unterstützung und Qualifizierung für geschlechterbewußte Perspektiven auf die Fragen von Krieg und Frieden und Sicherheit ebenso dienen soll wie der Kontrolle ihrer Arbeit im UN-Sicherheitsrat.
Staatsministerin Kerstin Müller begrüßte die Einrichtung eines frauenpolitischen Runden Tisches als Möglichkeit, feministische Expertise zu nutzen und sprach sich für ein *Forum für Globale Fragen zu Frieden und Sicherheit" aus geschlechterpolitischer Perspektive aus. Das Forum für *Globale Fragen zu Frieden und Sicherheit" ist eine Veranstaltungsreihe, die vom Auswärtigen Amt zu aktuellen Fragestellungen internationaler Politik durchgeführt wird.
Heinrich-Böll-Stiftung Feministisches Institut Gitti Hentschel 18.01.03
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