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ISSN 1610-0611
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Friedensbewegung bereitet Sturm der Entrüstung vor


- "Internationale des Friedens" weiter weltweit aktiv
- In Deutschland: 150.000 Menschen auf der Straße
- Bush und Blair steht ein Sturm der Entrüstung bevor

Auch an diesem Wochenende gingen weltweit Millionen von Menschen auf die
Straße, um gegen die Kriegspläne der US-Administration zu demonstrieren.
Nach den europaweiten Arbeitsunterbrechungen vom Freitag, zu denen der
Europäische Gewerkschaftsbund und in Deutschland der DGB und seine
Einzelgewerkschaften aufgerufen hatten, war dies ein weiteres Zeichen
dafür, dass die "Internationale des Friedens" an Bedeutung gewinnt und
eine politische Macht in der Weltpolitik geworden ist. Diese neue
Internationale des Friedens wird nicht durch eine weltweite Organisation
geschaffen, sondern durch die globale Kommunikation Tausender und
Abertausender lokaler Friedensinitiativen via Internet. Ein weiteres
Ereignis, bei dem sich die Internationale des Friedens beweisen wird,
ist die weltweite Lichter-Mahnwache am Sonntagabend, zu der sich bislang
über 5.000 Städte in mehr als 100 Ländern der Welt angemeldet haben
(vgl. http://www.globalvigil.org)

Diese neue Form der Kommunikation machte es auch möglich, dass am
Wochenende auch in Deutschland wieder zig Tausende für den Frieden
demonstrierten. Der Bundesausschuss Friedensratschlag zählte Aktionen in
etwa 60 Städten, an denen über 160.000 Menschen teilnahmen. Herausragend
war die eindrucksvolle Lichterkette in Berlin mit 115.000 Teilnehmern,
die von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis kurzfristig anberaumt
wurde und vom spontanen Engagement der Berliner Bevölkerung geprägt
wurde, die sich in ihren Stadtteilen in die Menschenkette eingereiht
hatte. In Nürnberg umringten 6.000 Menschen die historische Altstadt.
Weitere größere Aktionen fanden in vergleichsweise kleinen Orten statt;
so protestierten etwa 2.000 Schüler und Lehrer am Freitag in Neheim
(Sauerland) gegen den Krieg, am selben Tag gingen in Langenau (in der
Nähe von Ulm/Do.) 1.000 Schüler auf die Straße. Weitere Demonstrationen
sowie Blockaden fanden u.a. statt (Auswahl) in Karslruhe (über 10.000
Teilnehmer/innen), München (3.000), Solingen (2.500), Frankfurt Airbase
(2.000), Kassel (1.000).

Der Bundesausschuss Friedensratschlag ruft die Friedensbewegung noch
einmal dazu auf, in ihren Protesten gegen den Krieg nicht nachzulassen.
"Solange der Krieg nicht begonnen hat, ist er auch noch zu stoppen",
lautet die Parole beim "Friedensratschlag". Jeder weitere Aufschub ist
ein Erfolg der Antikriegskräfte einschließlich der Nein-Sager im
UN-Sicherheitsrat. Sollten Bush und Blair wider alle Vernunft und gegen
den erklärten Willen der Menschheit ihren Krieg beginnen, wird dieser
militärische "Wüstensturm" einen weltweiten zivilen Sturm der Empörung
auslösen. In Deutschland ist vereinbart, dass an diesem sog. Tag X
überall im Land zwischen 17 und 19 Uhr Mahnwachen, Kundgebungen,
Demonstrationen und Lichterketten an jeweils zentralen Plätzen
stattfinden. In vielen Städten ist außerdem vorgesehen, dass diese
Mahnwachen durch Kirchenglockengeläut begleitet werden. Hinzu kommt,
dass an Tausenden von Schulen der Unterricht unterbrochen wird und
lokale Schülerdemos stattfinden werden. Der Bundesausschuss
Friedensratschlag rechnet damit, dass am Tag X mehr Menschen spontan auf
die Straße gehen als bei den Friedensdemonstrationen zuvor.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)


15.03.03
http://www.friedensratschlag.de


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