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ISSN 1610-0611
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„Oil is fuelling War – Stop Esso“

„Oil is fuelling War – Stop Esso“

Greenpeace stoppt Benzinzufuhr an 100 britischen Esso-Tankstellen

Wien, London – Greenpeace protestiert heute (24.02.03) in Großbritannien gegen die Energiepolitik des weltgrößten Erdölkonzerns Esso. Seit den frühen Morgenstunden haben Aktivisten rund 100 Esso-Tankstellen in ganz England und Wales die Benzinzufuhr gestoppt. Rund hundert Aktivisten protestieren gleichzeitig vor den Eingängen der Esso-Zentrale in Leatherhead südlich von London: „Oil is fuelling war – Stop Esso!“


In der Zufahrt zur Zentrale wurde ein großer Container im Boden verankert. Esso gilt als einer
der größten Nutznießer eines Irakkrieges. Seit Jahren finanziert der Konzern ExxonMobil US-Lobbygruppen, die ein militärisches Vorgehen gegen den Irak verlangen. Außerdem hat Esso seinen Einfluss auf Vizepräsident Cheney genutzt, um die Energiepolitik der USA auf die nächsten Jahrzehnte vom Öl abhängig zu machen.

Die Greenpeace-Aktivisten – einige als Tiger verkleidet – haben die Notschalter an über 100 Esso-Tankstellen betätigt und anschließend abgeschraubt. Die gesammelten Schalter werden an den Esso-Vorstand in Texas geschickt. In Leatherhead haben sich die Aktivisten vor den Eingängen der Zentrale platziert und informieren dort die Esso-Mitarbeiter.

„Esso forciert wie kein anderer US-Konzern die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten vom Öl“, so Jörg Feddern, Greenpeace- Ölexperte vor Ort. „Die falsche Energiepolitik der US-Regierung verursacht einen immensen Durst nach neuem Öl. Das Interesse der Ölkonzerne am geplanten Irakkrieg ist daher sehr groß.“ Experten der Deutschen Bank betonen in einem Bericht über ExxonMobil vom September 2002 den „großen politischen Einfluss“ des Konzerns auf das Weiße Haus und kommen zu dem Schluss: „Nach einem Regimewechsel im Irak könnte der Gesellschaft (ExxonMobil) die ‚pole position‘ zufallen.“

Greenpeace veröffentlichte heute unter dem Titel „Der Tiger im Panzer“ („The Tiger in the Tanks“) eine Analyse des Zusammenhangs zwischen der wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Erdöl und einem drohenden Irakkrieg. Die USA sind aufgrund ihres steigenden Ölverbrauchs und wegen des geringen Einsatzes von erneuerbarer Energie auf die Erschließung neuer Öl- Reserven angewiesen. Jörg Feddern: „Die US-Konzerne versuchen Zugriff auf die Vorkommen in anderen Regionen der Welt zu bekommen. Ein Unternehmen wie Esso, das seit Jahren als einziges der großen Ölunternehmen jede ernsthafte Investition in erneuerbare Energien ablehnt, ist deshalb nicht nur mitverantwortlich für die Klimaerwärmung, sondern auch für einen möglichen Krieg gegen den Irak.“

Greenpeace.at
24.03.03


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