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ISSN 1610-0611
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"Old Europe says: No War!"

Greenpeace auf dem Brandenburger Tor: "Old Europe says: No War!"

Bundeskanzler Schroeder soll beim Nein gegen den Irak-Krieg bleiben

Berlin,- Aus Protest gegen die Vorbereitungen der US-Regierung
fuer einen Irak-Krieg haengen 30 Greenpeace-Aktivisten zur Zeit in Berlin
ein sieben mal neun Meter grosses Transparent "Old Europe says: No War!"
vom Brandenburger Tor. In einem Appell an die Bundesregierung fordert
Greenpeace Bundeskanzler Gerhard Schroeder auf, in der morgigen Sitzung des
UN-Sicherheitsrates bei dem deutschen Nein zu einem Angriff gegen den Irak
zu bleiben und sich nicht dem Druck der US-Regierung zu beugen.

"Dieser Krieg wuerde aus machtpolitischen Erwaegungen gefuehrt werden. Er
waere ein Verstoss gegen das Voelkerrecht und ein Verbrechen", sagt
Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. "Unter keinen Umstaenden darf die
Bundesregierung einen rechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak
mittragen."

Das Menschen verachtende Regime von Saddam Hussein, der die eigene
Bevoelkerung terrorisiert und jede Opposition brutal unterdrueckt, darf
nicht beschoenigt werden. Im Irak herrscht eine barbarische Diktatur. Doch
dies war auch schon der Fall, als westliche Staaten Hussein mit Geld und
Waffen, auch Chemiewaffen, versorgten und damit das Regime ueber lange
Jahre stuetzten.

Wenn die USA jetzt den Irak angreifen, so ersetzen sie damit alle Regeln
des Zusammenlebens der Voelkergemeinschaft durch das Recht des Staerkeren.
Sie wuerden damit die Entwicklung internationaler Zusammenarbeit zur
Loesung von Konflikten zum Stillstand bringen.

Ein Krieg gegen den Irak wuerde nicht nur viele Menschen toeten und eine
humanitaere Katastrophe ausloesen, sondern auch die Umwelt und die
Lebensgrundlagen der Bevoelkerung zerstoeren. Greenpeace hat nach dem
letzten Golfkrieg 1991 das Ausmass der Umweltschaeden dokumentiert. Ueber
eine Million Tonnen Oel flossen damals ins Meer. Die Braende von
siebenhundert Oelquellen und Oelruss vergifteten Menschen und Umwelt.
Zerstoerte Chemiedepots, Duengemittelfabriken und Pipelines wurden zu
gefaehrlichen Giftschleudern. Chemischer Niederschlag verseuchte die
meisten Wasservorraete.

"Auch dieses Mal ist zu befuerchten, dass die Umwelt und damit Zigtausende
von Menschen verseucht und vergiftet werden", sagt Lohbeck. Der
Greenpeace-Sprecher warnt auch davor, dass die USA gegen geltendes
Voelkerrecht die Umwelt als Waffe einsetzen koennten - etwa durch die
Drosselung von Flusswasser.






Berlin
10. Maerz 2003


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