Die Kampagne resist wehrt sich gegen Demonstrationsverbot
Bonn, Verden, Auf massiven Druck der US-Militärs, der Flughafen-Frachtgesellschaft Fraport und des Hessischen Innenministeriums führt resist das Demonstrationsverbot in Frankfurt zurück. Das Frankfurter Ordnungsamt hatte am Mittwoch nicht nur die für Samstag geplante 24-stündige Sitzdemonstration vor der US-Airbase und die Demonstration vom Ortsteil Zeppelinheim zum Haupttor der Airbase verboten, sondern für resist gleich ein Versammlungsverbot für ganz Frankfurt erlassen.
Gegen die Verbote wurde jetzt im Eilverfahren das Verwaltungsgericht Frankfurt angerufen. „Ein so massiver Eingriff in das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit kann keinen Bestand haben“, ist sich Anmelder Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative und Mitinitiator von resist, sicher. Schließlich treffe das Demonstrationsverbot nicht nur diejenigen, die die US-Militärs blockieren wollten, sondern auch alle, die sich am Samstag lediglich an einer Demonstration und Kundgebung beteiligen möchten. Ministerpräsident Koch, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport ist, halte offenbar nicht viel vom Grundgesetz, wenn er nicht nur einen eindeutig grundgesetz- und völkerrechtswidrigen Krieg befürworte, sondern zum Schutz der US-Militärs vor Protest auch gleich Artikel 8 GG streichen wolle.
Die voraussichtlich bis Samstag morgen andauernde Ungewissheit, ob eine Demonstration zur Airbase möglich ist, beeinträchtigt das Grundrecht schon jetzt massiv und soll von der Reise nach Frankfurt abschrecken. resist ermutigt alle FriedensdemonstrantInnen, dennoch am Samstag nach Frankfurt zu kommen. Die resist- OrganisatorInnen erwarten eine Aufhebung des Verbots durch die Gerichte und sind sich sicher, dass letztendlich eine Demonstration zur Airbase stattfinden wird.
Gerade jetzt in der entscheidenden Phase der Beratungen im UN- Sicherheitsrat will die internationale Friedensbewegung mit weltweiten Demonstrationen am 15. März nochmals massiven Druck gegen den Krieg ausüben. Frankfurt wird und kann da nicht „demofreie Zone“ sein.
Einen Überblick über die zahlreichen Aktivitäten gegen den Krieg gibt die website www.friedenskooperative.de. Aktuelle Infos von resist finden sich unter www.resistthewar.de
Christoph Bautz, c/o Attac-Rat, Artilleriestr. 6, 27283 Verden, Bonn, Verden, 13.3.2003
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