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ISSN 1610-0611
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Spendet Oel - Rettet Leben!


Greenpeace ruft bundesweit zur "friedenssichernden" Erdoelsammlung auf

Muenchen/Berlin/Hamburg, - Mit ueberdimensionalen Oelfaessern
demonstriert Greenpeace heute vor der Botschaft der Vereinigten Staaten in
Berlin und vor den Konsulaten in Hamburg und Muenchen gegen den drohenden
Irak-Krieg. Auf den Faessern steht: "Spendet Oel - Rettet Leben!".
Insgesamt beteiligen sich rund 60 Umweltschuetzer am Auftakt der
bundesweiten Oelsammel-Aktion gegen einen moeglichen Einmarsch der USA in
den Golf-Staat.

"Es gibt viele Gruende, weshalb die Bush-Regierung in die Schlacht ziehen
moechte. Der Hunger nach Erdoel ist einer. Wir sammeln nun Oel, damit die
Amerikaner nicht mehr in den Irak vorstossen muessen - und jeder kann
mitmachen," sagt Greenpeace-Sprecher Andreas Bernstorff in Muenchen. Der
unmenschliche irakische Diktator Saddam Hussein muesse mit anderen Mitteln
entfernt werden.

Die USA verbrauchen derzeit ein Viertel der jaehrlichen Weltoelproduktion.
Der "American Way of Life" verschlingt pro Einwohner etwa doppelt soviel
Energie wie die Lebensweise eines Europaeers. Rund zwei Drittel des
US-amerikanischen Oelbedarfs werden durch Importe gedeckt - Tendenz
steigend. Der Irak ist nach Saudi-Arabien das Land mit den groessten
Oelreserven. Die US-Wirtschaft ist vom Erdoel abhaengig, deswegen sind die
Vereinigten Staaten daran interessiert, ihre Position am Golf auszubauen.
Zur Zeit haben die Vereinigten Staaten schlechte Chancen, ans irakische Oel
zu kommen. Seit dem Golfkrieg 1990/91 sind die amerikanischen Oelkonzerne
und der britische Oelkonzern BP bei Saddam Hussein in Ungnade gefallen und
gehen deshalb bei der Verteilung der Oelfelder leer aus. Stattdessen
erhielten vor allem franzoesische und russische Oelfirmen den Zuschlag. So
konnte der Oelmulti TotalFinaElf mit der irakischen Regierung ueber die
Entwicklung des groessten Oel-Feldes im Irak ins Geschaeft kommen. Auch der
russische Oelkonzern Lukoil will sich im Irak engagieren.

Greenpeace bittet daher zunaechst in Hamburg, Berlin und Muenchen darum,
Oel in dafuer geeigneten Transportbehaeltern zu den diplomatischen
Vertretungen zu bringen (kein Altoel, kein Kraftstoff wie Benzin oder
Diesel). Die Oel-Spende wird dann den US-Vertretern uebergeben. So will die
Umweltschutzorganisation ein Zeichen gegen den drohenden Krieg setzen.
Greenpeace-Aktivisten verteilen vor Ort Flugzettel, mit denen Kriegsgegner
auch in den naechsten Tagen Oelspenden an die US-Botschaft schicken
koennen.

Marschieren US-Soldaten im Irak ein, werden die Karten im Oel-Poker neu
gemischt. "Wir lehnen diesen Krieg um Oel ab. Die Vereinigten Staaten
muessen ihre Energiepolitik und ihren Erdoel-Hunger dringend ueberdenken,"
so Andreas Bernstorff.




Muenchen/Berlin/Hamburg, 17.03.2003


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