IPPNW fordert Schröder auf, Überflugrechte zu verweigern - Ärzte rechnen mit 250.000 Toten und 500.000 Verletzten
Ärzte befürchten massive Verletzung der Genfer Konvention
Berlin, Die Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges verurteilen auf das Schärfste, die Ankündigung von Präsident George W. Bush, den Irak anzugreifen, falls Saddam Hussein und seine Söhne nicht binnen 48 Stunden das Land verlassen haben. "Diese Ankündigung zeigt deutlich, dass es der Regierung der USA nicht um die vorgeschobene Vernichtung und Kontrolle der Massenvernichtungswaffen im Irak geht, sondern allein um die Absetzung von Saddam Hussein", sagt Ute Watermann, Sprecherin der IPPNW in Berlin. Die IPPNW fordert die deutsche Bundesregierung auf, bei ihrer Haltung zu bleiben und diesen völkerrechtswidrigen Krieg, der gegen den Willen der Mehrheit im UN- Sicherheitsrat geführt wird, weder finanziell noch logistisch zu unterstützen. Die IPPNW fordert, den USA die Überflugrechte zu verweigern und die deutschen Fuchsspürpanzer aus Kuwait und die Flottenverbände vom Horn von Afrika zurückzubeordern.
Die IPPNW-Ärzte befürchten, dass dieser Krieg massiv die Genfer Konvention verletzen wird. Zwar hat Präsident Bush angekündigt, dass dieser Krieg nicht die Zivilbevölkerung treffen wird, doch insbesondere die Erfahrung des zweiten Golfkrieges mit knapp 150.000 zivilen Toten, sprechen eine andere Sprache.
"Denn auch wenn wir in den nächsten Tagen die sauberen Bilder von sauberen Soldaten, die aus sauberen Flugzeugen saubere Bomben angeblich zielgenau abwerfen, sehen, so wissen wir doch, wie es unterhalb des Bombenhagels aussieht. Wir rechnen mit 250.000 Toten und 500.000 Verletzten allein für die Zeit der Bombardierung. Wir rechnen mit mehreren Millionen Menschen, die Nahrungshilfen benötigen werden und mit mehreren Millionen Flüchtlingen. Die Bevölkerung ist so geschwächt, dass wir ein Massensterben vor allem unter den Kindern erwarten. In diesem Zusammenhang möchten wir feststellen, das die gezielte Bombardierung von Wasserwerken und Elektrizitätswerken, wie im letzten Golfkrieg geschehen, völkerrechtswidrig ist. Diese Bombardierungen treffen die Zivilbevölkerung, da sie zu großen Epidemien und zu hunderttausenden Infektionstoten führen", erklärte Ute Watermann.
Dr. med. Ute Watermann, IPPNW,
Berlin, den 18. März 2003
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