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ISSN 1610-0611
Newsletter


Südafrika: Nationaler Aids-Behandlungsplan

Südafrika:
Ärzte ohne Grenzen begrüßt nationalen Aids-Behandlungsplan

Mit großer Freude begrüßt die
internationale Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN die gestrige
Verabschiedung des nationalen Aids-Behandlungsplans durch die
südafrikanische Regierung. Der Plan sieht die sofortige Einführung der
Behandlung von HIV/Aids-Patienten mit lebensverlängernden antiretroviralen
Medikamenten vor. Bereits zu Beginn des nächsten Jahres soll hierfür in
jedem Distrikt des Landes mindestens eine spezielle Gesundheitsstation
eingerichtet werden.

"Nicht nur für die Menschen in Südafrika sind das großartige Nachrichten,
dies ist ein bedeutender Schritt im weltweiten Kampf gegen HIV/Aids", sagte
Eric Goemaere, Landeskoordinator von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Südafrika. "Die
südafrikanische Regierung trägt jetzt eine große Verantwortung: Sie muss den
weltweit umfangreichsten Plan zur Behandlung mit lebensverlängernden
Medikamenten umsetzen."

Das südafrikanische Regierungskabinett hat bestätigt, dass der
Behandlungsplan nur erfolgreich implementiert werden kann, wenn gleichzeitig
große Anstrengungen zur Verbesserung des Gesundheitssystems unternommen
werden. Die Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen für die
Arzneimittelvergabe ist von grundlegender Bedeutung für den Zugang zu der
lebenserhaltenden Behandlung. Nur so können auch die ärmsten
Bevölkerungsschichten und Menschen, die in weit abgelegenen Gebieten leben,
erreicht werden. ÄRZTE OHNE GRENZEN ist überzeugt, dass zudem in der ersten
Phase die Zusammenarbeit aller am Kampf gegen Aids beteiligten Akteure
unerlässlich ist. Vor allem die von HIV/Aids Betroffenen sollten eine
entscheidende Rolle spielen. Die südafrikanische Aids-Aktivistengruppe
TREATMEN ACTION CAMPAIGN (TAC) hat bereits bekannt gegeben, dass sie die
Community-Arbeit dafür mobilisieren werde, um die Inhalte des
Aids-Behandlungsplans für die Bevölkerung verständlich zu machen.

Nach Ansicht von ÄRZTE OHNE GRENZEN kann der Plan, wenn er sorgfältig
umgesetzt wird, anderen Ländern mit hohen HIV/Aids-Raten als Beispiel
dienen. Auch die Projekte von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Khayelitsha sind
wegweisend bei der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten. Sie wurden
von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Modell für eine solche
Therapie in öffentlichen Gesundheitszentren anerkannt. Gegenwärtig erhalten
in Khayelitsha 650 Menschen anitretrovirale Medikamente. Das Programm ist
damit das größte seiner Art in Südafrika.

ÄRZTE OHNE GRENZEN ist auch bereit, die Implementierung des Aids-Plans in
Südafrika zu unterstützen. "So lange wir aber den detaillierten Plan noch
nicht einsehen können, bleiben einige Punkte für uns noch kritisch - zum
Beispiel konkrete Zeitvorgaben oder die Frage nach der Beteiligung der
Betroffenen", sagte Eric Goemaere.

In Südafrika bräuchten 500.000 Menschen eine lebensverlängernde Therapie,
zurzeit sterben dort noch 600 Menschen täglich an Aids.



Cape Town/Berlin, 20. November 2003
Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp,
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de

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