Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Kleinanzeigen Archiv Suchen Info
International:
International


Themen:
urgent action
Gegen den Krieg I
Gegen den Krieg II
Der Krieg
  Hilfe
  Stoppt den Krieg
  Bilderkrieg
Krieg & Frieden Menschen- u. Bürgerrechte
  IOM-Press (deutsch)
  IOM-Press (english)
  Amnesty (deutsch)
  Amnesty (english)
  IMK
EU
  EP: Abtreibungen legal
Umwelt Natur Öko
Mensch & Tier
Report
  Weltsozialforum
  IStGH Haager Tribunal
  WTO
Presse- u. Informationsfreiheit
  WSIS
Initiativen
  Hilfe für Kinder


Service:
Archiv
Impressum
Information
Intern
ISSN 1610-0611
Newsletter


Gewalt gegen humanitäre Helfer nimmt zu

Afghanistan: Gewalt gegen humanitäre Helfer nimmt zu
ÄRZTE OHNE GRENZEN stoppt Aktivitäten in Vertriebenenlager


Nach mehreren Angriffen auf humanitäre
Organisationen stellt ÄRZTE OHNE GRENZEN die Aktivitäten im Süden
Afghanistans ein. In einem Vertriebenenlager mit mehr als 40.000 Menschen
hat die Organisation Basisgesundheitsprojekte und ein Ernährungszentrum
betreut. Der Rückzug der Helfer gefährdet den Zugang der Vertriebenen zu
medizinischer Versorgung, da das Lager völlig abhängig von externer Hilfe
ist.

Das Lager Zhare Dasht liegt in der Wüste, etwa 20 Kilometer von Kandahar
entfernt. Es gibt keinerlei Möglichkeiten für die Bewohner, selbst für ihren
Unterhalt zu sorgen. Erst kürzlich war in Zhare Dasht eine
Diphtherie-Epidemie ausgebrochen. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat zudem monatlich
etwa 7.500 Patienten behandelt. Der nahende Winter hat Atemwegserkrankungen
sowie Lungenentzündungen stark ansteigen lassen. Gerade für die schwächsten
Patienten kann dies lebensbedrohliche Folgen haben. Der Rückzug von ÄRZTE
OHNE GRENZEN bedeutet auch, dass die Schwangerenvorsorge sowie Impfkampagnen für Kinder und schwangere Frauen gestoppt werden müssen.

ÄRZTE OHNE GRENZEN untersucht derzeit, wie den Vertriebenen im südlichen
Afghanistan trotz zunehmender Gewalt gegen Hilfsorganisationen geholfen
werden kann. Erschwert wird die Arbeit der Helfer vor allem dadurch, dass
alle Konfliktparteien dazu beigetragen haben, die Neutralität der
Hilfsorganisationen infrage zu stellen. Dies führt dazu, dass die
Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN, wenn sie sich außerhalb der Stadt
Kandahar bewegen, ein zu hohes Risiko eingehen, angegriffen zu werden. ÄRZTE
OHNE GRENZEN kritisiert die jüngsten Angriffe auf humanitäre Helfer aufs
Schärfste.

Die Entscheidung von ÄRZTE OHNE GRENZEN, in Afghanistan zu arbeiten, basiert
in erster Linie auf den Bedürfnissen der Menschen. Neutralität gegenüber den
Konfliktparteien ist dabei oberstes Gebot. Die Sicherheit der eigenen
Mitarbeiter und die Möglichkeit, den Menschen in Not zu helfen, hängt davon
entscheidend ab.

Verschiedene Hilfsorganisationen haben in der Vergangenheit dazu aufgerufen,
das Mandat der NATO-geführten Truppen auf andere Regionen auszuweiten, um
die Sicherheit der Helfer zu gewährleisten. Nach Ansicht von ÄRZTE OHNE
GRENZEN tragen solche Appelle dazu bei, das Bild der Hilfsorganisationen als
unabhängige und neutrale Akteure zu verwischen. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert
vielmehr von allen Konfliktparteien, dass sie die Neutralität und
Unparteilichkeit der Helfer respektieren und dringend notwendige Hilfe für
die Menschen in Afghanistan ermöglichen.

In der Stadt Kandahar und in anderen Regionen laufen die Projekte von ÄRZTE
OHNE GRENZEN weiter.



Berlin/Kandahar, 4. Dezember 2003.
Pressestelle
Petra Meyer
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/
--------------------------------------------------

ÄRZTE OHNE GRENZEN / AM KÖLLNISCHEN PARK 1 / D-10179 BERLIN
OFFICE@BERLIN.MSF.ORG / HTTP://WWW.AERZTE-OHNE-GRENZEN.DE
SPENDENKONTO: 97097 / SPARKASSE BONN / BLZ 380 500 00


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

AIDS-Waisen brauchen Hilfe