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ISSN 1610-0611
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50.000 Menschen auf der Flucht

Kongo:

50.000 Menschen auf der Flucht

Kinder seit Tagen ohne Nahrung / UNICEF verteilt Notpakete

Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Stadt Bunia hat im Osten der Demokratischen Republik Kongo eine große Flüchtlingswelle eingesetzt. Allein in den letzten Tagen sind bis zu 50.000 Menschen geflohen. Immer mehr Menschen erreichen jetzt die Dörfer bei der südlich von Bunia gelegenen Stadt Beni. Der Leiter von UNICEF Kongo, Gianfranco Rotigliano, berichtete aus der Krisenregion: „Viele Flüchtlinge mussten alles zurücklassen und sind nur mit dem unterwegs, was sie am Leib tragen. Diese Familien brauchen dringend jede Hilfe, die wir mobilisieren können.“ UNICEF ist besonders besorgt über die Situation der vielen mangelernährten Kinder unter den Flüchtlingen, viele von ihnen haben seit Tagen nichts zu essen bekommen. UNICEF verteilt Zusatznahrung und Nothilfepakete mit Töpfen, Wasserkanistern, Plastikplanen und anderem täglichen Bedarf an die Flüchtlinge. Gemeinsam mit Partnerorganisationen hat UNICEF bereits rund 30 Tonnen Hilfsgüter in die Krisenprovinz Ituri gebracht.

Während die Kämpfe zwischen den verfeindeten Volksgruppen der Lendu und Hema in Bunia und Umgebung andauern, organisiert UNICEF Hilfe für die Flüchtlinge. Die Familien suchen in den Dörfern Sicherheit und bauen dort mit dem, was sie vorfinden, einfache Unterkünfte. UNICEF stellt Plastikplanen, Zelte und Decken bereit. 1.500 Notpakete mit dem dringendsten Bedarf wurden verteilt. Eine Notversorgung mit Trinkwasser und Latrinen wird vorbereitet.

Viele Kinder aus Bunia und Umgebung sind in einem besorgniserregenden Zustand. Sie haben in den letzten Tagen miterlebt, wie Familienmitglieder oder Nachbarn getötet oder verletzt wurden. Ein Großteil von ihnen ist nach mehreren Tagen ohne Nahrung auf der Flucht extrem geschwächt. In den Flüchtlingslagern wächst außerdem die Gefahr von Epidemien, aus einem Lager in Bunia wurden bereits zwei Fälle von Cholera bestätigt.

In Bunia selbst unterstützt UNICEF zwei Gesundheitsstationen und ein Ernährungszentrum für schwer mangelernährte Kinder, die therapeutische Betreuung brauchen. UNICEF hat bereits 600 Kilo Chlortabletten in die Region geschickt, um Trinkwasser aufbereiten zu können, außerdem chirurgisches Gerät. Mangelernährte Kinder erhalten Kekse, die mit Proteinen, lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. Während der Unruhen wurden 300.000 Dosen verschiedener Impfstoffe, die UNICEF bereitgestellt hatte, gestohlen. Trotzdem setzt UNICEF die Impfungen fort, etwa 800 Kinder wurden in den vergangenen Tagen gegen gefährliche Infektionen geschützt.

UNICEF bittet dringend um Spenden für die Not leidenden Kinder im Kongo:
Spendenkonto 300.000

Sozialbank Köln (BLZ 370 205 00)

Stichwort: Kongo

oder Spendentelefon 0137/300.000 sowie im Internet unter www.unicef.de

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle,

Helga Kuhn, Durchwahl 0221/93650-234 oder 315 oder 0170 / 24 80 594

Weitere Informationen unter www.unicef.de





Köln, den 29.Mai 2003
Angelika Söhne
Pressestelle
______________
UNICEF Deutschland
Höninger Weg 104
50969 Köln

web: www.unicef.de


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