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ISSN 1610-0611
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China: ÄRZTE OHNE GRENZEN startet SARS-Projekt


Die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE
OHNE GRENZEN hat in der chinesischen Provinz Hebei die Arbeit in zwei
Krankenhäusern aufgenommen, die akut von SARS betroffen sind. Die
Mitarbeiter werden das Krankenhauspersonal darin ausbilden, Patienten zu
isolieren und sich selbst vor einer Ansteckung zu schützen. Außerdem werden
die Patienten und deren Familien über die gefährliche Viruskrankheit
aufgeklärt, damit sie sich besser schützen können.

Ein sechsköpfiges Team von ÄRZTE OHNE GRENZEN hat mit der medizinischen
Hilfe zur Eindämmung von SARS in der Stadt Zhang Jia Kou begonnen, die in
der zurzeit am stärksten von der Verbreitung der Lungenkrankheit betroffenen
Provinz Hebei liegt. Die Mitarbeiter unterstützen die Klinik für ansteckende
Krankheiten und das Krankenhaus Nr.1, in denen gegenwärtig 60 Menschen mit
Verdacht auf SARS untergebracht sind. Dabei können sie auf die Erfahrungen
zurückgreifen, die die Organisation bei der Behandlung von SARS in Vietnam
und Hong Kong gemacht hat.

"Durch unsere bisherigen Erfahrungen mit der Behandlung der Viruskrankheit
wissen wir, wie wichtig es ist, von Anfang an die richtigen
Behandlungsprotokolle anzuwenden", erklärte Dan Sermand, Projektleiter von
ÄRZTE OHNE GRENZEN. "Wir freuen uns, in enger Zusammenarbeit mit dem
Chinesischen Gesundheitsministerium und dem Krankenhauspersonal an der
Eindämmung von SARS arbeiten zu können."

Das ÄRZTE OHNE GRENZEN-Team besteht aus zwei Krankenschwestern, die auf die
Behandlung von ansteckenden Krankheiten spezialisiert sind sowie einem Arzt,
einem Spezialisten für Hygieneverhalten bei infektiösen Krankheiten und
einem Mitarbeiter, der für die Aufklärungsarbeit zuständig ist. Sie werden
die Visiten begleiten und sich darum kümmern, dass in den Isolierstationen
so gearbeitet wird, dass eine Ansteckung von Personal und Besuchern
verhindert wird. Dabei ist auch die Überwachung der Desinfektionsarbeiten
und der Müllentsorgung von großer Bedeutung. Zudem beliefert ÄRZTE OHNE
GRENZEN die Krankenhäuser mit "SARS-Kits", die medizinisches Material
enthalten, das speziell für die Behandlung der Lungenkrankheit nötig ist.

Francois Fille, der das SARS-Programm für ÄRZTE OHNE GRENZEN aus Brüssel
koordiniert, hofft auf einen nur kurzfristigen Einsatz: "Ingesamt scheint
die Verbreitung der Epidemie in China abzunehmen. Wenn dies so bleibt,
werden wir wahrscheinlich nicht einmal einen Monat in Zhang Jia Kou bleiben
müssen. Auf jeden Fall werden wir aber die Lage im gesamten Land weiter
beobachten und sind jederzeit dazu bereit, weitere Hilfe zu leisten."



Brüssel/Berlin, 26. Mai 2003.
ÄRZTE OHNE GRENZEN, Pressestelle,
Petra Meyer, Kattrin Lempp,
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