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ISSN 1610-0611
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G8 in Evian: Attac kritisiert Abschlusserklärung

G8 in Evian: Attac kritisiert Abschlusserklärung und Vorgehen der Polizei


Zum Abschluss des G8-Gipfels in Evian hat das
globalisierungskritische Netzwerk Attac seine Kritik an dem
Treffen erneuert. "Die G8 maßen sich Entscheidungen über jede
Menge Themen an, für die eigentlich die wenigstens halbwegs
demokratisch legitimierte UNO zuständig ist", sagte Philipp
Hersel vom Attac-Koordinierungskreis. Zudem zeigt die
Abschlusserklärung des Gipfels nach Ansicht von Attac erneut,
dass die G8-Staatschefs an einer Lösung der drängenden Probleme
nicht wirklich interessiert sind. "Ob Schuldenkrise, Hunger
oder Klimaschutz: Es bleibt bei blumigen Erklärungen ohne
praktische Konsequenzen", sagte Hersel.

"Wenn die G8 behaupten, sie hätten im letzten Jahr irgendwelche
Fortschritte bei der Stabilisierung der internationalen
Finanzmärkte gemacht, so ist das entweder schlicht gelogen,
oder sie leiden an kollektiver Demenz", sagte Philipp Hersel.
Die andauernde Krise in Argentinien, die dramatischen
Wechselkursverschiebungen zwischen Dollar und Euro und nicht
zuletzt die sogar vom IWF eingeräumten Deflationsgefahren
beweisen das genaue Gegenteil. "Außer Gesundbeten fällt den G8
zum Thema Weltwirtschaft offensichtlich nichts mehr ein", so
Hersel. Dennoch rücken sie von ihren Machtanspruch keinen
Millimeter ab. Das wird deutlich bei den klaren Warnungen an
Iran, bei ihrem Kreuzzug gegen den internationalen Terrorismus
oder bei der Selbstgefälligkeit, mit der sie gerade mal wieder
einseitig die Spielregeln im internationalen Schuldenmanagement
ändern, um dem US-besetzten Irak Schulden erlassen zu können.

Scharfe Kritik übt Attac an Übergriffen der Polizei. Besonders
skandalös ist der Fall auf einer Autobahnbrücke, wo ein
Polizist das Seil eines Kletterers durchgeschnitten hat, so
dass dieser aus 20 Meter Höhe abstürzte und schwer verletzt
wurde. Gegen eine friedliche Straßenblockade zwischen Genf und
Evian setzten Sicherheitskräfte ohne Vorwarnung große Mengen
von Tränengas- und Schockgranaten ein. Zudem wurden
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des unabhängigen Internet-
Mediums Indymedia verhaftet und Ausrüstung zerstört. Auch
Attac-Mitgliedern wurde von Polizisten ihr Video-Material
abgenommen. "Die Polizei hat offensichtlich ein Interesse
daran, dass bestimmte Einsätze nicht dokumentiert werden",
kritisiert Attac-Pressesprecher Malte Kreutzfeldt.

Weitere Informationen:
* http://www.attac.info/g8evian/?NAVI=0-14de


Attac Deutschland
Pressemitteilung
Frankfurt, 3. Juni 2003


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