Vier Wochen nach der Flut Krankheiten in Sri Lanka steigen weiter an
Seit dem 17. Mai ist Sri Lanka von einer Überschwemmungskatastrophe betroffen. Falls die 130.000 Obdachlosen nicht dringend Hilfe erhalten, könnte eine Cholera-Epidemie ausbrechen. Höchste Priorität hat zur Zeit die Reinigung von 5.600 verseuchten Brunnen, die normalerweise 30.000 Familien mit Wasser versorgen. 7.500 obdachlos gewordene Familien erhalten vom Roten Kreuz Hilfspakete.
Die schwersten Regenfälle seit 50 Jahren hatten am 17. Mai die Gebiete Ratnapura, Galle, Matara, Kalutara und Hambantota überschwemmt. 250 Menschen kamen ums Leben und etwa 130.000 Menschen wurden obdachlos. Rund 160.000 Familien haben durch die Fluten Schaden erlitten.
Das Rote Kreuz und die Regierung vor Ort verteilte nach Ausbruch der Katastrophe sofort Trinkwasser, Nahrungsmittel, Zelte und Decken.
Das größte Problem ist nun verseuchtes Trinkwasser. Der Direktor des Allgemeinen Krankenhauses in Matara, Dr. Ekanayake, berichtet, dass die Anzahl von
Diarrhoe- und Cholera-Erkrankungen ansteigt. Besonders für Kinder und ältere Menschen sind diese Erkrankungen lebensbedrohlich. Zudem werden ein Anstieg der Augen- und Hauterkrankungen beobachtet. Auch mehrere Fälle des Malaria-ähnlichen Dengue-Fiebers sind aufgetreten.
Mitarbeiter des Roten Kreuzes arbeiten daran, das verseuchte Wasser von 5.600 Brunnen zu reinigen und damit den Ausbruch von Epidemien zu verhindern. „Ungefähr 50 Brunnen am Tag können gereinigt werden“, sagt K.H. Premathilaka, Sekretärin des Srilankischen Roten Kreuzes in Hambantota. Tankfahrzeuge des Roten Kreuzes beliefern die Menschen mit sauberem Wasser.
In den Gebieten Ratnapura und Matara sind noch etwa 5.500 Menschen in 13 Camps untergebracht. Die Familien beginnen allmählich mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser.
Das Rote Kreuz wird 7.500 Familien mit Hilfspaketen für den täglichen Bedarf ausstatten. Sie enthalten Bettmatten, Betttücher, Kleidung, Schuluniformen, Koch- Sets, Seife, Waschmittel, eine Kerosin-Lampe und einen Wasserkanister.
Seit 5. Juni ist der Delegierte des Deutschen Roten Kreuzes Stefan Kühne-Hellmessen in Sri Lanka und steht für Presserückfragen unter der mobilen Telefonnummer 0094-777 55 7001 zur Verfügung. Bitte beachten Sie die Zeitverschiebung (12:00 MEZ=16:00 in Sri Lanka).
Um die betroffenen Familien weiter zu versorgen, werden dringend Spenden benötigt. Mit 15 Euro kann eine komplette Koch-Ausrüstung für eine Familie gekauft werden, deren Hab und Gut von den Wassermassen weggespült wurde. 50 Euro kosten Wasserfilter zur Reinigung des verschmutzten Trinkwassers.
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Berlin, 12. Juni 2003 51/03 Hier geht es zur DRK-Homepage http://www.drk.de
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