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ISSN 1610-0611
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Liberia: UNICEF: Kinder leiden am härtesten

UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen

Liberia

UNICEF: Kinder leiden am härtesten

Kinder und Frauen leiden am härtesten unter den anhaltenden Kämpfen in der liberianischen Hauptstadt Monrovia. Rund 300.000 Menschen sind ohne Nahrungsmittel. Praktisch die gesamte Bevölkerung Monrovias von rund einer Million Menschen hat kein sauberes Wasser. Nahezu die Hälfte der Notleidenden sind Kinder und Jugendliche. Vor allem Kleinkinder leiden unter Durchfall und Mangelernährung. Schon vor Ausbruch der Kämpfe waren 40 Prozent der Kinder in Liberia chronisch mangelernährt. UNICEF Deutschland hat 300.000 Euro für Soforthilfe bereitgestellt und bittet dringend um Spenden für die Kinder in Liberia.

UNICEF-Mitarbeiter berichten von einer wachsenden Zahl von Cholerafällen. Die Ausbreitung von Cholera und anderen Krankheiten wie Masern, Typhus und Tuberkulose ist angesichts der katastrophalen hygienischen Verhältnisse in den über 85 überfüllten Flüchtlingslagern kaum zu verhindern. Viele Flüchtlingsfamilien können sich keine Lebensmittel mehr kaufen, da der Preis für Reis in den vergangenen Wochen um das Vielfache gestiegen ist. UNICEF berichtet von ungezählten Menschenrechtsverletzungen. Kinder, die von ihren Familien getrennt wurden, werden ausgenutzt und sexuell missbraucht. Alle Kriegsparteien setzen Kinder als Soldaten ein, einige Kampfeinheiten bestehen zu 70 Prozent aus Kindern und Jugendlichen.

Alle Hilfsorganisationen in Monrovia warten dringend auf das Eintreffen der angekündigten internationalen Friedenstruppe. Die rund 40 liberianischen UNICEF-Mitarbeiter in Monrovia können sich aufgrund der allgemeinen Unsicherheit nicht frei in der Stadt bewegen. UNICEF hat in der vergangenen Woche vergeblich versucht, ein Schiff mit über 56 Tonnen dringend benötigter Hilfsgüter nach Monrovia zu bringen. Sobald die Sicherheitslage es erlaubt, wird UNICEF umfangreiche Hilfsmaßnahmen durchführen:

• Medizinische Versorgung und Zusatznahrung bei Mangelernährung für 350.000 Menschen, davon 80.000 Kinder unter fünf Jahren und 20.000 schwangere oder stillende Frauen. 60 Tonnen Hilfsgüter stehen zur sofortigen Verteilung bereit, darunter 17 Tonnen an hochproteinhaltigen Keksen für mangelernährte Kinder.

• Versorgung mit sauberem Trinkwasser: Geplant sind der Einsatz von Tanklastwagen und die Reparatur von Brunnen und Wasserstationen in den Flüchtlingslagern. Zur Versorgung der Bevölkerung in Monrovia wird UNICEF 150 Wasserpumpen im Stadtgebiet reparieren, da es in Monrovia kein Trinkwassernetz gibt.

• Schutz und Hilfe für Kinder ohne Eltern: UNICEF bereitet in Monrovia zehn Auffang- und Registrierungszentren für Kinder vor, die von ihren Eltern getrennt wurden, um sie so schnell wie möglich wieder zu ihren Familien zu bringen. Für sexuell missbrauchte Kinder wird UNICEF medizinische und psychologische Hilfe bereitstellen. Ein Programm zur Demobilisierung und Wiedereingliederung der schätzungsweise 10.000 Kindersoldaten soll so schnell wie möglich gestartet werden.

UNICEF bittet dringend um Spenden für die Not leidenden Kinder in Liberia:

Spendenkonto 300.000; Sozialbank Köln (BLZ 370 205 00)

Stichwort: Liberia

Spendentelefon 0137/300.000 oder Spenden im Internet: www.unicef.de



Köln, den 1.August 2003
Angelika Söhne
Pressestelle
______________
UNICEF Deutschland
Höninger Weg 104
50969 Köln
Tel.: (0221) 93650-315
Fax.: (0221) 93650-301
web: www.unicef.de


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