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ISSN 1610-0611
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UNICEF: Friedenstruppe muss eingreife

Liberia

Zehntausend Kinder als Soldaten missbraucht

UNICEF: Friedenstruppe muss eingreifen

Angesichts des eskalierenden Bürgerkriegs in Liberia ruft UNICEF dringend zum Schutz und zur Hilfe für die Not leidende Zivilbevölkerung auf. Nach Schätzungen von UNICEF werden in Liberia derzeit insgesamt rund zehntausend Kinder und Jugendliche als Soldaten missbraucht - sowohl von der Rebellengruppe LURD als auch von den Milizen auf Regierungsseite. Misshandlungen und Entführungen von Kindern sind an der Tagesordnung. Mädchen werden von Soldaten sexuell missbraucht. UNICEF schätzt, dass in den vergangenen Jahren jedes zehnte Kind in Liberia und in den Nachbarländern bereits einmal von einer der Konfliktparteien rekrutiert wurde.

Jeder Tag, den die von Kofi Annan geforderte internationale Friedenstruppe auf sich warten lässt, verlängert die Leiden der Bevölkerung. Mehr als 70 Prozent des Landes sind seit Monaten von humanitärer Hilfe abgeschnitten. In den noch zugänglichen Gebieten sind schätzungsweise 330.000 Flüchtlinge dringend auf Hilfe angewiesen, mehr als 200.000 davon allein in der Hauptstadt Monrovia, verteilt auf mehr als 85 Flüchtlingscamps. Die Mehrzahl der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Viele von ihnen leiden unter Mangelernährung. Krankheiten wie Cholera, Masern und Lungenentzündung breiten sich aus.

Auch nach der Evakuierung der internationalen Helfer führen 40 liberianische UNICEF-Mitarbeiter die Nothilfe fort. Im Juli wurden 17 Tonnen Zusatznahrung und Vitamin A-Tabletten an mangelernährte Kinder in Flüchtlingslagern verteilt. 75.000 Packungen einer Zucker-Salz-Lösung, die die innere Austrocknung bei Durchfallerkrankungen verhindert, sowie Medikamente gegen Cholera wurden an Gesundheitsstationen und Krankenhäuser verteilt. Rund 130.000 Kinder unter fünf Jahren sowie 230.000 schwangere Frauen wurden gegen Masern geimpft. Zudem setzt UNICEF alles daran, um die Flüchtlingslager mit Trinkwasser zu versorgen - teilweise per Tankwagen, durch die Installation von großen Wassertanks und durch die Wiederinstandsetzung von Brunnen.

Schon in dem 1997 beendeten Bürgerkrieg hatten alle Kriegsparteien Kinder als Soldaten eingesetzt. Ihre Zahl wurde damals auf insgesamt 20.000 geschätzt. Nach dem Friedensschluss war es UNICEF gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen gelungen, mehr als 6.000 von ihnen zu demobilisieren und zurück zu ihren Familien zu bringen.

UNICEF bittet dringend um Spenden für die notleiden Kinder in Liberia:
Spendenkonto 300.000; Sozialbank Köln (BLZ 370 205 00)

Stichwort: Liberia

Spendentelefon 0137/300.000 oder Spenden im Internet: www.unicef.de

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle, Helga Kuhn, 0221/93650-234 oder -315




Angelika Söhne
Pressestelle
Köln, den 23. Juli 2003
______________
UNICEF Deutschland
Höninger Weg 104
50969 Köln
web: www.unicef.de


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