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ISSN 1610-0611
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Massive Misshandlung durch Schweizer Polizei!

Massive Misshandlung von Asylwerbern durch Schweizer Polizei!

ai fordert Untersuchung der Behandlung von Asylwerbern durch die Glarner
Polizei

- amnesty international (ai) fordert die
Glarner Behörden auf, eine gründliche und unabhängige Untersuchung der
angeblichen Fälle von grausamer, unmenschlicher und degradierender
Behandlung von Asyl-werbern im Zuge von polizeilichen Hausdurchsuchungen
einzuleiten.

Ungefähr um 5 Uhr 30 am 2. Juli 2003 führte eine Spezialeinheit der Glarner
Polizei simultan Haus-durchsuchungen im Durchgangszentrum Rain in Ennenda
und in einem Wohnhaus von Einwanderern in Linthal durch.

Im Zusammenhang mit diesen Hausdurchsuchungen sind gegen die Polizei des
Kantons Glarus schwerwiegende Vorwürfe wegen angeblicher Misshandlungen
erhoben worden. Unter anderem wurde Folgendes berichtet:

- Die Polizisten haben Helme und Brillen getragen, die sie unkenntlich
machten.

- Die Polizisten haben, nachdem sie Haus- und Zimmertüren mit Hämmern
einge-schla-gen hatten, die Bewohner aus ihren Betten auf den Boden gezerrt
und sie an Händen und Füssen gefesselt.

- Die Polizisten haben den Gefesselten schwarze Kapuzen übergezogen, so
dass diese nichts mehr sehen konnten.

- Die Polizisten haben einigen männlichen Festgenommenen die Hosen und
Unter-hosen ausgezogen, ihnen Nummern an den Rücken geklebt und sie
anschließend unter Gelächter in sexuell demütigender Stellung von hinten
fotografiert.

- Die im Durchgangszentrum Rain Festgenommenen sind gemeinsam für
mehrere Stun-den in einen Raum gesperrt worden ? immer noch gefesselt, mit
Kapuzen über den Köpfen und dem Verbot, miteinander zu sprechen.

- Ein 16-jähriger Junge war über die Hausdurchsuchung so erschrocken,
dass er aus einem Fenster im dritten Stock sprang und sich schwere
Rückenverletzungen zuzog. Er hat keine ausreichende medizinische Versorgung
erhalten.

amnesty international fordert, dass rasch eine gründliche und unabhängige
Untersuchung eingeleitet wird, deren Vorgehensweise und Resultate so bald
wie möglich veröffentlicht werden müssen.




London/Wien, 5. August 2003
Amnesty Österreich
www.ai.at


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