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ISSN 1610-0611
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Mexiko: "Verschwundene Frauen"

MEXIKO

BEHÖRDEN VERSAGEN BEI DER AUFKLÄRUNG VON FRAUENMORDEN

In zehn Jahren 370 Frauen in Ciudad Juárez und Chihuahua ermordet /
Lokale Menschenrechtsgruppen gehen von rund 400 weiteren
"Verschwundenen" aus / Polizei und Justiz versagen bei Ermittlungen
/ Behörden müssen Morde aufklären und weitere Verbrechen verhindern

- Seit 1993 sind in den mexikanischen Städten
Ciudad Juárez und Chihuahua 370 Frauen ermordet worden. Mindestens
ein Drittel der Frauen war vor ihrem Tod massiver sexueller Gewalt
ausgesetzt. 75 Leichen konnten bislang nicht identifiziert werden.
Die meisten Taten sind bis heute nicht aufgeklärt worden. "Das
Versagen der Behörden kommt einer stillschweigenden Duldung gleich",
sagte Anton Landgraf, Lateinamerika-Experte bei amnesty
international, bei der Vorstellung des aktuellen Mexiko-Berichts.

Nach Angaben von lokalen Menschenrechtsorganisationen sind weitere
400 Frauen spurlos "verschwunden". Viele Opfer arbeiteten in der Nähe
der Grenze zu den USA in Fabriken, die von ausländischen Firmen
errichtet werden, um das niedrige Lohnniveau auszunutzen.

Polizei und Justiz zeigen kein erkennbares Interesse an einer
Aufklärung der Mord- und Entführungsserie. Die Behörden von Ciudad
Juárez und Chihuahua gehen Informationen nicht nach oder verschleppen
die Ermittlungen. "Obwohl fast jede Woche eine Frau verschwindet oder
ermordet wird, unternehmen die Behörden so gut wie nichts, um weitere
Verbrechen zu verhindern", erklärte Landgraf. "In einem amnesty
international bekannten Fall konnte eine Frau einen Polizisten als
Täter identifizieren. Trotzdem stellten die Behörden die Ermittlungen
faktisch ein."

Dem entgegen behaupten die Behörden, die meisten Verbrechen
aufgeklärt zu haben. 79 Personen wurden im Zusammenhang mit den
Morden und Entführungen verurteilt. amnesty international liegen
jedoch Berichte vor, dass mehrere Angeklagte unter Folter zu
Geständnissen gezwungen wurden.

Die internationale Generalsekretärin von amnesty international, Irene
Khan, die sich zurzeit in Mexiko aufhält, hat Präsident Fox
aufgefordert, Schutzmaßnahmen für die Frauen einzuleiten und die
Angehörigen der Opfer zu entschädigen. Die Bundesbehörden müssten
gemeinsam mit den örtlichen Stellen alle erforderlichen Mittel
einsetzen, um die Verbrechen zu beenden und die Täter endlich
strafrechtlich zu verfolgen, sagte Khan.

Der Bericht "Mexico: Intolerable Killings: 10 Years of abductions and
murder of women in Ciudad Juarez and Chihuahua" ist im Internet unter
http://web.amnesty.org/library/Index/ENGAMR410272003 (english) veröffentlicht.
(deutsch)
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/04F30B52A62DE7FBC1256D7F00435C07?Open



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Berlin, 11. August 2003
amnesty international Deutschland




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