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ISSN 1610-0611
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Myanmar

Myanmar

ai fordert sofortige Freilassung von Daw Aung San Suu Kyi

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi seit Mai 2003 erneut in Haft /
Über 1300 weitere politische Gefangene in birmanischen Gefängnissen / ai
legt neuen Bericht zu Myanmar vor


In einem neuen Bericht fordert die
Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) die birmanische
Regierung auf, die Verantwortlichen für die gewaltsamen Übergriffe auf rund
200 Mitglieder und Unterstützer der Oppositionspartei NLD (National League
for Democracy) am 30. Mai 2003 zur Rechenschaft zu ziehen. Seit den
Übergriffen befindet sich auch die Friedensnobelpreisträgerin und
Parteivorsitzende der NLD, Aung San Suu Kyi, in Haft.

ai fordert eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse und die sofortige
und bedingungslose Freilassung aller NLD-Mitglieder und Unterstützer, die
seit dem 30. Mai inhaftiert sind. Entgegen der Zusage des herrschenden
Staatsrats für Frieden und Entwicklung (State Peace and Development Council
- SPDC), alle politischen Gefangenen freizulassen, befinden sich nach wie
vor über 1300 weitere, aus politischen Gründen festgenommene Personen in
Haft.

Am 30. Mai 2003 hatten Anhänger der vom SPDC unterstützten Union Solidarity
Development Association (USDA) rund 200 NLD-Mitglieder, die im Norden des
Landes unterwegs waren, angegriffen. Die gewaltsamen Attacken forderten
mehrere Tote und über 100 Verletzte. Anfang diesen Jahres ist eine
ai-Delegation erstmals ins Land gereist. Kurz vor den Ereignissen des 30.
Mai 2003 hatte ai dem SPDC ein 29-seitiges Memorandum zur Lage der
Menschenrechte vorgelegt. Die politischen Spannungen haben sich seitdem
weiter verschärft.

In dem heute veröffentlichten Bericht zum birmanischen Justizsystem
untersucht ai unter anderem Festnahme- und Haftbedingungen,
Gerichtsverfahren gegen politische Gefangene und dokumentiert Folter- und
Misshandlungen durch den militärischen Geheimdienst. Der Bericht enthält
außerdem Forderungen und Reformvorschläge an den SPDC.


Berlin, 30. Juli 2003
Nina Tesenfitz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
amnesty international
Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
visit: http://www.amnesty.de

amnesty international. Für die Menschenrechte.

Spendenkonto: 80 90 100
Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 370 205 00


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