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ISSN 1610-0611
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Kurden feiern die Zerschlagung des Baath-Regimes i


Kurden in allen Teilen Kurdistans und in der Diaspora feiern die Zerschlagung des Baath-Regimes im Irak

Die beiden kurdischen Städte Chanaqin und Kirkuk sowie die Stadt Mossul im Norden Iraks sind nacheinender von kurdischen Einheiten und den US-Streitkräften befreit worden. Das Ende des seit mehr als drei Wochen andauernden Irak-Krieges scheint in Kürze beendet zu sein.

Die Befürchtungen über einen langandauernden Krieg, Hunderttausenden Toten innerhalb der Zivilbevölkerung und Flucht von Millionen Flüchtlingen in die Nachbarländer haben sich erfreulicherweise nicht erfüllt. Die Völker Iraks, insbesondere das kurdische Volk in Südkurdistan, freuen sich über die Zerschlagung des seit 40 Jahren herrschenden blutigen und barbarischen Baath-Regimes und hoffen auf eine Zukunft in Freiheit und Frieden, ohne Barbarei und Unterdrückung.

Die demokratische irakische Opposition, insbesondere die Kurden erwarten nun von den USA und Großbritannien eine baldige Verwirklichung der versprochenen Entbaathisierung und Demokratisierung der Gesellschaft, sowie die Einsetzung einer demokratisch legitimierten Regierung, die die Zukunft des Landes in föderalen Strukturen gestalten kann.

Nun ist auch die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert eine rasche und zügige humanitäre Hilfe für die Bevölkerung im Irak zu leisten und einen Wiederaufbauplan des Landes auszuarbeiten.

Das gesamte kurdische Volk in seiner geteilten Heimat und in der Diaspora teilt diese Freude und Hoffnung. Denn die Kurden in Südkurdistan (Nordirak) haben 40 Jahre lang gegen das barbarische Baath-Regime gekämpft. Mehr als eine halbe Million Menschen haben ihr Leben verloren, 4.500 Orte und Siedlungen wurden zerstört, Tausende von Kurdinnen und Kurden sind infolge des Krieges und millionenfach verlegter Minen verkrüppelt. Sie haben in den letzten 12 Jahren in der Flugverbotszone unter schwierigsten Bedingungen eine föderative Selbstverwaltung aufgebaut, die auch für die zukünftige Staatsform Iraks ein positives Beispiel sein kann.

Gleichzeitig herrscht beim kurdischen Volk die Befürchtung, dass die Nachbarstaaten Iraks diese Erwartungen und Hoffnung durch ihre militärische Intervention im Nordirak zunichte machen könnten. Besonders die Türkei versucht durch nichthaltbare Argumente eine militärische Intervention im Nordirak zu rechtfertigen. Dabei hat sich keine der bisherigen Behauptungen der Türkei bewahrheitet: Weder sind Hunderttausende von irakischen Flüchtlingen an der türkischen Grenze aufgetaucht, noch sind die kurdischen Kräfte nach der Eroberung von Mossul und Kirkuk gegen die Turkmenen vorgegangen. Auch die PKK-Guerillas im Nordirak haben den bewaffneten Kampf nicht wieder aufgenommen. Die Behauptung der Türkei, „es werde nach dem Krieg im Nordirak ein Machtvakuum geben„ hat sich ebenfalls nicht erfüllt.
Nun versucht die türkische Regierung eine neue Taktik bzw. Rechtfertigung für ihren Einmarsch im Nordirak. Die türkischen Medien berichten über angebliche Greueltaten der kurdischen Einheiten in Kirkuk und Plünderungen. Keine dieser Behauptungen entspricht der Wahrheit. Diese Einheiten sind weder gegen turkmenische noch gegen arabische Bewohner Kirkuks vorgegangen. Im Gegenteil sie sind von der gesamten Bevölkerung Kirkuks mit Freude empfangen worden. Die Plünderungen ähneln denen in an anderen Städten Iraks nach der Befreiung und können nicht den kurdischen Einheiten zu last gelegt werden. Im Gegenteil versuchen die Peschmergas mit allen Mitteln dies zu verhindern. Da Sie aber durch den Druck der Türkei gezwungen sind sich aus den Städten Kirkuk und Mossul zurückzuziehen, wird ihnen diese Möglichkeit genommen.

Während die Türkei nach neuen Scheinargumenten sucht, um in Südkurdistan einzumarschieren, versucht sie gleichzeitig in Gesprächen mit der iranischen und syrischen Regierung durch eine gemeinsame Politik Drohungen gegen die Selbstverwaltung der Kurden in Südkurdistan auszusprechen und Einfluß auf den zukünftigen Irak auszuüben.
Die Absichten der Türkei müssen von den USA und der EU vehement zurückgewiesen werden. Gerade die mehr als eine Million in Diaspora lebenden Kurdinnen und Kurden erwarten eine entschiedene Haltung der westlichen Welt gegenüber der Türkei. Einen Einmarsch und Krieg der Türkei in Südkurdistan und den Verlust der in den letzten 12 Jahren gewonnenen Freiheit und der föderalen Selbstverwaltung in Südkurdistan werden sie nicht hinnehmen. Die kurdischen Organisationen in den europäischen Staaten und in den USA haben dieses in den letzten Wochen Monaten sehr deutlich gemacht.

Wir appellieren noch einmal an die US-Administration, an die Europäische Kommission und an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf die Türkei einzuwirken. Denn die Türkei hat im Irak nichts verloren!

Bonn, 14. April 2003

Internationales Zentrum für die Menschenrechte der Kurden -IMK e.V.
für den Vorstand
Dr. Hüseyin Bektas
gez.


WEB-Seite: www.kurden.de



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