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ISSN 1610-0611
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Schicksal von 100 verschwundenen Deutschen

Argentinien: Bundesregierung soll Schicksal von 100 verschwundenen Deutschen klären

Aufhebung von Amnestiegesetzen in Argentinien
Appell an Bundesregierung: Endlich Schicksal von
100 „verschwundenen“ Deutschen klären !

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat
am Mittwoch an Bundesaußenminister Joschka
Fischer appelliert, nach der Aufhebung der
Amnestiegesetze in Argentinien das Schicksal von
einhundert während der Militärdiktatur (1976-
1983) „verschwundenen“ Deutschen oder
Deutschstämmigen gerichtlich klären zu lassen.
Das argentinische Parlament hatte am
Dienstagabend zwei umstrittene Amnestiegesetze
abgeschafft, die den Militärs für alle während
der Diktatur begangenen Gräueltaten
Straffreiheit zusicherten.

In Deutschland seien zurzeit 32 Fälle von in
Argentinien „verschwundenen“ Deutschen oder
Deutschstämmigen bei Gerichten anhängig, heißt
es in dem GfbV-Schreiben an Fischer. Zuletzt sei
im Mai 2002 eine Anzeige gegen 33 argentinische
Militärs wegen der Verschleppung und Ermordung
der deutschen Studentin Marlene Kegler-Krug im
Jahr 1976 erstattet worden. Ein
Rechtshilfeersuchen der bayerischen Justiz im
Falle der ebenfalls entführten Bettina Ehrenhaus
sei im Jahr 2001 von der argentinischen
Regierung zurückgewiesen worden.

Angehörige der Opfer hätten immer wieder
kritisiert, dass die Bundesregierung lange
gezögert habe, sich engagierter für eine Klärung
des Schicksals ihrer entführten und ermordeten
Staatsbürger einzusetzen. Zwei Jahre lang hat
das Auswärtige Amt Rechtsanwälten der Opfer
sogar Akteneinsicht verweigert. Es hat erst
nachgegeben, als eine Rechtsanwältin im Jahr
2001 auf Akteneinsicht klagte.



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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Göttingen/Berlin, den 13.98.2003
Hompage: http://www.gfbv.de
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