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ISSN 1610-0611
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Wasser muss auch für Arme erschwinglich bleiben

"Brot für die Welt" fordert deutsches "Nein" zur Einbeziehung der
Wasserversorgung in die GATS-Verhandlungen

"Brot für die Welt" fordert den Deutschen
Bundestag auf, die Wasserversorgung weltweit nicht allein dem freien Markt
zu überlassen. "Das Thema Wasser muss aus den Verhandlungen über das
'Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen' (GATS)
herausgenommen werden", schreibt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von
"Brot für die Welt", in einem Brief an die Abgeordneten. Der Deutsche
Bundestag berät am Donnerstag, 3. Juli, über die deutsche
Welthandelspolitik.

Die Wasserversorgung sei bisher aus gutem Grund weltweit eine öffentliche
Dienstleistung gewesen, betont Füllkrug-Weitzel. Jeder Mensch habe das Recht
auf sauberes Trinkwasser. Das gelte es staatlicherseits zu garantieren, was
allerdings vor allem vielen armen Ländern in der Vergangenheit mangels
Finanzen nicht gelungen sei. Sie haben deshalb Anfang der 1990er Jahre
begonnen, den Wassersektor zu privatisieren.

Partnerorganisationen von "Brot für die Welt" im Süden weisen darauf hin,
dass diese Entwicklung gerade für die armen Bevölkerungsgruppen bedrohlich
sei. "Die Versorgung mit Wasser muss aber auch denen offen stehen, an denen
nichts zu verdienen ist", unterstreicht Füllkrug-Weitzel. Dazu müssten Staat
und Kommunen weiterhin die Möglichkeit haben, die Wasserversorgung zu
regulieren. Das GATS-Abkommen ziele aber auf das Gegenteil ab, nämlich die
Liberalisierung des weltweiten Wassermarktes.

Es lasse deshalb nichts Gutes hoffen, dass gerade die Europäer die
Einbeziehung der Dienstleistung Wasserversorgung in die GATS-Verhandlungen
und damit die Liberalisierung forderten, so Füllkrug-Weitzel weiter.
Europäische Konzerne wie Vivendi, Suez und RWE versuchten derzeit, sich
große Anteile am weltweiten Wassermarkt zu sichern. "Brot für die Welt"
wendet sich im Rahmen seiner Kampagne "MenschenRecht Wasser" zusammen mit
seinen Partnern im Süden dagegen, Wasser zur Handelsware zu machen.



Die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" wurde 1959 in Berlin
gegründet. Sie leistet in mehr als 1200 Projekten in Afrika, Asien und
Lateinamerika zusammen mit ihren Partnern Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist
eine nachhaltige Bekämpfung von Armut und Hunger sowie eine Stärkung der
Rechte von benachteiligten Menschen.




Stuttgart, 2. Juli 2003.
Claudia Dengler
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Brot für die Welt - Öffentlichkeitsarbeit und Werbung
Sekretariat Presse
Stafflenbergstr. 76, 70184 Stuttgart
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Website: http://www.brot-fuer-die-welt.de
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