"Brot für die Welt" fordert deutsches "Nein" zur Einbeziehung der Wasserversorgung in die GATS-Verhandlungen
"Brot für die Welt" fordert den Deutschen Bundestag auf, die Wasserversorgung weltweit nicht allein dem freien Markt zu überlassen. "Das Thema Wasser muss aus den Verhandlungen über das 'Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen' (GATS) herausgenommen werden", schreibt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von "Brot für die Welt", in einem Brief an die Abgeordneten. Der Deutsche Bundestag berät am Donnerstag, 3. Juli, über die deutsche Welthandelspolitik.
Die Wasserversorgung sei bisher aus gutem Grund weltweit eine öffentliche Dienstleistung gewesen, betont Füllkrug-Weitzel. Jeder Mensch habe das Recht auf sauberes Trinkwasser. Das gelte es staatlicherseits zu garantieren, was allerdings vor allem vielen armen Ländern in der Vergangenheit mangels Finanzen nicht gelungen sei. Sie haben deshalb Anfang der 1990er Jahre begonnen, den Wassersektor zu privatisieren.
Partnerorganisationen von "Brot für die Welt" im Süden weisen darauf hin, dass diese Entwicklung gerade für die armen Bevölkerungsgruppen bedrohlich sei. "Die Versorgung mit Wasser muss aber auch denen offen stehen, an denen nichts zu verdienen ist", unterstreicht Füllkrug-Weitzel. Dazu müssten Staat und Kommunen weiterhin die Möglichkeit haben, die Wasserversorgung zu regulieren. Das GATS-Abkommen ziele aber auf das Gegenteil ab, nämlich die Liberalisierung des weltweiten Wassermarktes.
Es lasse deshalb nichts Gutes hoffen, dass gerade die Europäer die Einbeziehung der Dienstleistung Wasserversorgung in die GATS-Verhandlungen und damit die Liberalisierung forderten, so Füllkrug-Weitzel weiter. Europäische Konzerne wie Vivendi, Suez und RWE versuchten derzeit, sich große Anteile am weltweiten Wassermarkt zu sichern. "Brot für die Welt" wendet sich im Rahmen seiner Kampagne "MenschenRecht Wasser" zusammen mit seinen Partnern im Süden dagegen, Wasser zur Handelsware zu machen.
Die evangelische Hilfsaktion "Brot für die Welt" wurde 1959 in Berlin gegründet. Sie leistet in mehr als 1200 Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen mit ihren Partnern Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist eine nachhaltige Bekämpfung von Armut und Hunger sowie eine Stärkung der Rechte von benachteiligten Menschen.
Stuttgart, 2. Juli 2003. Claudia Dengler ___________________________________________________ Brot für die Welt - Öffentlichkeitsarbeit und Werbung Sekretariat Presse Stafflenbergstr. 76, 70184 Stuttgart Postfach 10 11 42, 70010 Stuttgart Website: http://www.brot-fuer-die-welt.de ___________________________________________________ Brot für die Welt: Ein Stück Gerechtigkeit
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