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ISSN 1610-0611
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Abholzung begünstigte Flutkatastrophe

Springflut auf Sumatra

Abholzung begünstigte Flutkatastrophe
WWF bestürzt angesichts der Zerstörung im Gunung Leuser Nationalpark.

Der WWF hat mit Bestürzung auf die Nachrichten von der indonesischen Insel Sumatra reagiert, wo gestern durch eine Springflut mindestens 67 Menschen ums Leben kamen. Ein weiteres Opfer der Wassermassen wurde die Bohorok-Station zur Auswilderung von Orang Utans, die 1973 vom WWF und von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt gegründet wurde. Martin Geiger, Tropenwaldexperte des WWF: „Der Verlust der Station in Bukit Lawang ist ein schwerer Rückschlag im Kampf um die Rettung der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen. Die Station bemühte sich um die Auswilderung von Orang Utans, die unter unwürdigen Bedingungen als Heimtiere gehalten und deshalb von den Behörden konfisziert wurden.“

Allein im Gunung Leuser Nationalpark verschwinden aufgrund unbarmherziger Wilderei jedes Jahr Hunderte Orang Utans. Neben der Wilderei leiden die seltenen Tiere vor allem unter der Zerstörung ihrer Lebensräume. Indonesiens Regenwälder werden schneller abgeholzt und abgebrannt als irgendwo sonst auf der Erde. Dazu Martin Geiger: „Die Woge der Zerstörung macht auch vor Nationalparken wie Gunung Leuser nicht halt. Zu den größten Problemen zählen der illegale Holzeinschlag, Straßenbau und die Umwandlung des Regenwalds in Agrarflächen.“ Die Waldzerstörung führe verstärkt zu Erosion, so dass der Wald seine Funktion als Wasserspeicher nicht mehr ausreichend wahrnehmen könne. Das habe die gestrige Flutkatastrophe am Bohorok-Fluss begünstigt.

Der Gunung Leuser Nationalpark liegt im Norden Sumatras. Auf etwa 800.000 Hektar erstreckt sich eines der letzten Paradiese der Erde, das Tigern, Nashörnern und Elefanten als Zufluchtsort dient. Auch die meisten der letzten 9.000 Sumatra Orang-Utans suchen hier Schutz. Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten ist einzigartig: Etwa 700 verschiedene Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien sind im Nationalpark heimisch. Von den 10.000 Pflanzenarten der gesamten westlichen Indo-Malayischen Region wachsen 45 Prozent in Gunung Leuser. Darunter die Rafflesia, die größte Blütenpflanze der Erde, und Amorphophallus, die Pflanze mit der welthöchsten Blüte.

Für viele Touristen war die Beobachtung der Menschenaffen in Bukit Lawang fester Bestandteil einer Reise nach Sumatra. WWF-Experte Geiger: „Auge in Auge konnte der Besucher mit den Orang Utans zu Mittag essen und dabei einmalige Urlaubsfotos schießen. Die Menschen im und um den Nationalpark verdienten dank der Touristen Geld mit der noch vorhandenen Natur. Die Station in Bukit Lawang leistete einen wichtigen Beitrag zur Rettung der Menschenaffen.“ Der WWF hofft, dass die Arbeit in der Station so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann.

Weitere Informationen
http://www.wwf.de



Frankfurt am Main, 04.11.03:
Martin Geiger, Tropenwaldexperte,
WWF Deutschland,
Christian Teriete, Pressestelle WWF Deutschland

WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt




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