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ISSN 1610-0611
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Presse in Simbabwe

Simbabwe
Reporter ohne Grenzen fordert Ende der Willkür gegenüber der unabhängigen
Presse in Simbabwe

Washington Sansole, einer der Direktoren der Daily News, Simbabwes
einziger unabhängiger Zeitung, ist am Sonntag in Bulawayo verhaftet worden.
Bereits am Vortag waren 18 Mitarbeiter der Tageszeitung vorübergehend
festgenommen worden. Reporter ohne Grenzen ist empört über diese
Verhaftungswelle und fordert Präsident Robert Mugabe zur sofortige
Freilassung von Sansole auf.

Washington Sansole, einer der neun Direktoren der Daily News, wurde am
Sonntag verhaftet. Wie AFP berichtete, erklärte die Polizei, sie würde
Washington Sansole so lange festhalten, "bis sich die anderen
Verantwortlichen der Zeitung gestellt hätten." Vier der neun Direktoren
sind jedoch bereits aus dem Land geflüchtet. Einen Tag zuvor hatten die
Behörden 18 Mitarbeiter der unabhängigen Zeitung für einige Stunden
festgenommen. Auch Tulepi Nkomo, die Nichte des Direktors Samul Nkomo wurde
in dessen Wohnung verhaftet. Tulepi Nkomo hat beruflich nichts mit der
Zeitung zu tun.

"Wir sind schockiert über die Verhaftungen," erklärte Robert Ménard,
Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, gestern in Paris. "Die Behörden
in Simbabwe tun alles, um das Erscheinen des einzigen unabhängigen Blattes
zu verhindern. Diese Willkür muss ein Ende haben," führte Ménard aus.

Die Daily News war vergangenen Samstag, erstmals nach ihrem Verbot am 12.
September, wieder erschienen. In dieser Ausgabe warf sie den Behörden
Simbabwes vor, sie dulde nur "unterwürfige Medien, die nichts Kritisches
über die Regierung von sich geben." Auf Seite eins brachte die Zeitung eine
Karikatur des Informationsministers, vom Gewicht eines Stapels Daily News
erschlagen.

Nach Angaben von Reuters wurden die 18 am Samstag verhafteten Mitarbeiter
nach wenigen Stunden wieder freigelassen. Allerdings hätten sie vorher eine
Erklärung unterschreiben müssen, Betriebsangehörige von Daily News zu sein.
Diese kann nun Grundlage für strafrechtliche Verfolgung sein.

Die Büros der Daily News sind angeblich noch immer von der Polizei besetzt.
Gugulethu Moyo, Rechtsanwältin der Zeitung, erklärte gegenüber Reuters:
"Diese Aktionen sind ein Racheakt der Regierung Simbabwes, die Recht und
Ordnung predigt aber das Gesetz des Dschungels praktiziert."

Hintergrund ist die Entscheidung eines Verwaltungsgerichts in Harare, die
das Erscheinen der Daily News wieder autorisierte. Der Zeitung war im
September die nach den Pressegesetzen notwendige Registrierung bei der
staatlichen Medienkommission verweigert worden. Die Zeitung wurde so in die
Illegalität getrieben. Das Gericht hob nun am Freitag das Urteil mit der
Begründung auf, die Entscheidung sei illegal und die Kommission dem Blatt
gegenüber vor eingenommen gewesen. Eine erneute Entscheidung der Kommission
steht bis zum 20. November an.



27. Oktober 2003
Sabina Strunk
Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin
Germany
www.reporter-ohne-grenzen.de


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Zur Situation der Pressefreiheit | AFP-Korrespondent Astamirow