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ISSN 1610-0611
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Ermordung von Edgar Ribeiro Pereira de Oliveira

Brasilien
Zweiter Journalist innerhalb einer Woche getötet

Reporter ohne Grenzen ist zutiefst entsetzt über die Ermordung von Edgar
Ribeiro Pereira de Oliveira, Besitzer der Wochenzeitung Boca do Povo in
Campo Grande, Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso do Sul. Unbekannte
hatten den 43-Jährigen am gestrigen Dienstag gegen 18 Uhr erschossen. Erst
am 3. Juni war die Journalistin Melyssa Martins Correia getötet worden.

Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, fordert den
Gouverneur von Mato Grosso do Sul, José Orcírio Miranda, in einem Brief
auf, sich persönlich für eine umfassende Untersuchung in diesem Mordfall
einzusetzen. Darüber hinaus apelliert die internationale Organisation zur
Verteidigung der Pressefreiheit an die Behörden, künftig Maßnahmen zum
Schutz von Journalisten zu ergreifen.

Die Wochenzeitung Boca do Povo ist für eine kritische Berichterstattung
über Drogenhandel, Auftragsmorde politische Korruption und Betrug bekannt.

Valmir Messa von der ermittelnden Kriminalpolizei erklärte, Oliveira habe
keine Morddrohungen angezeigt. Die Polizei geht dennoch davon aus, dass es
sich um einen Auftragsmord handelt.

In der gleichen Stadt war 1997 bereits Edgard Lopes de Faria, der oft über
Auftragsmorde geschrieben hatte, getötet worden. Ingesamt starben zwischen
1991 und 2002 15 Journalisten wegen ihrer journalistischen Arbeit in
Brasilien.





Berlin 11. Juni 2003
Sabina Strunk
www.reporter-ohne-grenzen.de / www.rsf.org
Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101,
10997 Berlin
Germany


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