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ISSN 1610-0611
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G8-Gipfel in Evian: Pressefreiheit

G8-Gipfel in Evian:
Pressefreiheit ist wichtige Voraussetzung für Entwicklung
Reporter ohne Grenzen fordert Regierungschefs zum Handeln auf

G8-Gipfel in Evian: Pressefreiheit ist wichtige Voraussetzung für Entwicklung
Reporter ohne Grenzen fordert Regierungschefs zum Handeln auf

Im Vorfeld des G8-Gipfels fordert Reporter ohne Grenzen die teilnehmenden
Regierungschefs auf, sich für die Durchsetzung der Pressefreiheit weltweit
einzusetzen. Das Recht informiert zu werden und zu informieren ist eine
wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliche und demokratische
Entwicklung, betont die internationale Menschenrechtsorganisation in einem
Brief an die Gipfel-Teilnehmer.

"Angesichts von Millionen Menschen, die unter Hunger leiden, scheint es auf
den ersten Blick dringendere Probleme zu geben, als die Pressefreiheit",
heißt es in dem Brief. "Doch nur wenn die Öffentlichkeit von humanitären
Katastrophen erfährt, kann überhaupt Hilfe mobilisiert werden.
Informationen sind notwendig, um Vorurteile und ethnische Spannungen
abzubauen. Und wir brauchen eine freie Presse, um Problemlösungen zu
diskutieren und um deren Umsetzung zu kontrollieren", erklärt RoG.

Ohne freie Presse könnten Menschenrechte nicht durchgesetzt werden. Sie sei
unerlässlich für die Meinungsbildung in der Gesellschaft und wichtiges
Instrument zur Kontrolle der Regierenden, betont Reporter ohne Grenzen
weiter. Die Organisation erinnert die Regierungschefs gleichzeitig daran,
dass auch der kürzlich von der Weltbank veröffentlichte Bericht "The Right
to Tell" diese zentrale Bedeutung im Entwicklungsprozess hervorhebt.
"Pressefreiheit ist kein Luxus. Sie ist das Herz einer gerechten
Entwicklung", sagte Weltbankpräsident James D. Wolfensohn.

Im Einzelnen fordert Reporter ohne Grenzen die G8-Regierungen auf:
- Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu respektieren
und seine Achtung weltweit sicherzustellen. Er umfasst das Recht,
"Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf
Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten". Dies beinhaltet
insbesondere das Recht von Journalisten sich frei zu bewegen und das Recht
auf freien Zugang zu Informationen.
- Sicherzustellen, dass Journalisten geschützt werden. Insbesondere darauf
hinzuwirken, dass Kriegsparteien den zivilen Status von Journalisten nach
der Genfer Konvention respektieren .
- Alles zu tun, um die Straflosigkeit von Verbrechen gegen Journalisten und
Medienmitarbeiter zu beenden.
- Die Pressefreiheit in der Gesetzgebung zu garantieren und Haftstrafen für
Verstöße gegen Pressegesetze abzuschaffen.

Hintergrund:
Zur Zeit befinden sich weltweit 125 Journalistinnen und Journalisten hinter
Gittern, weil sie ihr Recht auf freie Berichterstattung wahrgenommen haben.
In den letzten 10 Jahren starben 481 Medienvertreter in Ausübung ihres
Berufes. Die meisten von ihnen wurden Opfer staatlicher Gewalt oder
gerieten ins Visier paramilitärischer Gruppen oder krimineller
Organisationen.





Berlin, 30. Mai 2003
Sabina Strunk
www.reporter-ohne-grenzen.de / www.rsf.org

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin
Germany


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