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ISSN 1610-0611
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Inhaftierter Karikaturist Ali Lmrabet

Marokko
Reporter ohne Grenzen fordert sofortige Freilassung des hungerstreikenden
inhaftierten Karikaturisten Ali Lmrabet

Reporter ohne Grenzen (RoG) ist zutiefst besorgt um den Gesundheitszustand
des in Marokko inhaftierten Karikaturisten Ali Lmrabet, der sich seit 6.
Mai im Hungerstreik befindet und gestern ins Krankenhaus von Rabat verlegt
werden musste. Nach Angaben des Arztes ist Lmrabet sehr schwach. Nachdem er
keine Flüssigkeit mehr bei sich behält, musste er gestern an den Tropf
gehängt werden. Er kann nicht mehr laufen und hat große Schwierigkeiten
beim Sprechen.

Reporter ohne Grenzen apelliert mit Nachdruck an die marokkanischen
Behörden, ihrer Verantwortung für den Gefangenen nachzukommen und Lmrabet
die bestmögliche Behandlung zu gewähren. Auf keinen Fall dürfe er zurück
ins Gefängnis. Robert Ménard, Generalsekretär von RoG, erklärte in Paris:
"Die marokkanischen Behörden sind verantwortlich für die Gesundheit von Ali
Lmrabet. Dem König darf es nicht gleichgültig sein, was mit ihm geschieht.
Heute geht es nicht mehr allein um die Pressefreiheit, das Leben eines
Menschen steht auf dem Spiel."

Der Herausgeber der beiden Satire-Magazine Demain Magazine und Douman und
Korrespondent der Organisation zur Verteidigung des Pressefreiheit Reporter
ohne Grenzen (RoG) war am 21. Mai wegen 'Beleidigung des Königs',
'Straftaten gegen die territoriale Integrität Marokkos' sowie 'Aktivitäten
gegen die Monarchie' zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht
verbot außerdem seine beiden Magazine und fordert eine Geldstrafe von
20.000 Dirham (etwa 2000 Euro).

Ali Lmrabet, populärer Karikaturist in Marokko, stand in der Vergangenheit
wiederholt wegen seiner Arbeiten vor Gericht. Seine Publikationen wurden
mehrfach zensiert oder verboten. Am 17. April wird er daran gehindert das
Land zu verlassen, weil vorgeblich Gerichtsverfahren gegen ihn anhängig
seien. Davon weiß Lmrabet zu dem Zeitpunkt nichts. Am 2. Mai teilt ihm die
Druckerei mit, dass sie seine Publikationen wegen des auf sie ausgeübten
Drucks nicht mehr drucken können.
Am 6. Mai beginnt Lmrabet daraufhin einen Hungerstreik. In der Erklärung
schreibt er, er handele in Selbstverteidigung, um die wiederholten
Maßnahmen der Einschüchterung zu stoppen, um die Zensur seiner Arbeiten zu
beenden, damit seine Zeitungen frei publiziert werden können und er
ungehindert in Marokko und im Ausland bewegen könne.

Reporter ohne Grenzen fordert erneut die sofortige und bedingungslose
Freilassung von Ali Lmrabet.


Berlin, 27. Mai 2003
Sabina Strunk
www.reporter-ohne-grenzen.de / www.rsf.org

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin
Germany
www.reporter-ohne-grenzen.de


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