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ISSN 1610-0611
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Keine Zensur für ausländische Journalisten!

Drohender Bürgerkrieg in Aceh / Indonesien
Keine Zensur für ausländische Journalisten!

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat
die indonesische Regierung am Montag
nachdrücklich vor einer Zensur für die
Berichterstattung über die Krisenregion Aceh
gewarnt. Auch ausländische Journalisten müssten
freien Zugang nach Aceh bekommen, sollte die
indonesische Armee am morgigen Dienstag ihre
Kampfhandlungen in dieser Provinz im Westen des
Landes wieder aufnehmen, forderte der GfbV-
Asienreferent Ulrich Delius. Der
Menschenrechtler befürchtet „wahlloses Töten
hinter dem Bambusvorhang“, für das es keine
fremden Augenzeugen geben soll. Der brutalen
Repression der Armee seien die meisten der mehr
als 10.000 getöteten Acehnesen seit 1976 zum
Opfer gefallen. Ein Armeesprecher hatte zuvor
angekündigt, die indonesischen Streitkräfte
würden nach amerikanischem Vorbild nur
ausgewählten indonesischen Journalisten
gestatten, Soldaten bei dem Feldzug zu
begleiten. Nur 60 lokale Journalisten würden für
diese Mission zugelassen, ausländische
Berichterstatter würden nicht berücksichtigt,
hatte Generalmajor Sjafrie Sjamsoeddin erklärt.

Nach dem Ablauf eines Ultimatums der Regierung
an die Freiheitsbewegung Free Aceh Movement
(GAM) am 12. Mai wird mit einer Wiederaufnahme
der Kampfhandlungen in Aceh gerechnet. Am 9.
Dezember 2002 hatten sich die indonesische
Regierung und die GAM auf einen Waffenstillstand
geeinigt. Seit März 2003 war der
Waffenstillstand jedoch immer häufiger gebrochen
worden. Politisch motivierte Gewalttaten hatten
erneut deutlich zugenommen. Allein in der
vergangenen Woche starben dabei 13 Menschen in
Aceh. Seit 26 Jahren kämpft die GAM für die
staatliche Unabhängigkeit der erdölreichen
Provinz.


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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
Göttingen, den 12.05.2003
Hompage:http://www.gfbv.de
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