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ISSN 1610-0611
Newsletter


Laos: Freilassung v. Th. Falise und V. Reynaud

Laos
Reporter ohne Grenzen begrüßt Freilassung der europäischen Journalisten in
Laos / Laotische Begleiter bleiben weiterhin in Haft

Mit großer Erleichterung begrüßt Reporter ohne Grenzen die gestrige
Freilassung der beiden Journalisten Thierry Falise und Vincent Reynaud
sowie ihres amerikanischen Dolmetschers Naw Karl Mua 35 Tage nach ihrer
Festnahme in Laos und gut eine Woche nachdem sie zu einer Haftstrafe von
jeweils 15 Jahren verurteilt worden waren. Zugleich verurteilt die
internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit die
fortdauernde Inhaftierung der laotischen Begleiter des Teams.

"Wir sind froh und erleichtert über die Freilassung der Journalisten und
ihres Übersetzers, aber wir machen uns weiterhin große Sorgen um das
Schicksal der laotischen Begleiter des Teams, die nach wie vor im Gefängnis
sitzen," mahnt die Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit.

Mittlerweile sind drei laotische Inhaftierten namentlich bekannt. Es
handelt es sich um die beiden örtlichen Stringer Thao Moua und Tha Char
Yang sowie um den Fahrer Pa Phue Khang. Sie waren zu Haftstrafen zwischen
12 und 20 Jahren verurteilt worden.

Hintergrund:
Der belgische Journalist und Mitarbeiter der französischen
Wochenzeitschrift L'Express Thierry Falise, der französische Kameramann
Vincent Reynaud und deren US-amerikanischer Dolmetscher laotischer
Herkunft Naw Karl Mua waren am 4. Juni zusammen mit ihren vier laotischen
Begleitern in der Provinz Xieng Khuang festgenommen worden. Am 30. Juni
verurteilte sie ein Gericht in einem zweistündigen Prozess zu einer
15-jährigen Haftstrafe. Angeblich hatten sie "die Staatsmacht behindert" ,
tatsächlich waren sie dabei, eine Reportage über die Lage der Minderheit
Hmong fertigzustellen.

Die Hmong leisten seit Jahrzehnten Widerstand gegen die kommunistische
Regierung in Vientiane. Informationen aus dem Gebiet werden von der
laotischen Regierung massiv unterdrückt. Menschenrechtsorganisationen
berichten, dass es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen an den Hmong
kommt.




Berlin, 10. Juli 2003
Sabina Strunk
www.reporter-ohne-grenzen.de / www.rsf.org

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin
Germany


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