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ISSN 1610-0611
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US-Armee macht Journalisten zur Zielscheibe

Reporter ohne Grenzen: US-Armee macht Journalisten zur Zielscheibe

In einem Brief an den US-amerikanischen Verteidigungsminister Donald
Rumsfeld fordert Reporter ohne Grenzen Beweise dafür, dass die Büros von Al
Dschasira und das Hotel Palestine in Bagdad am 8. April nicht absichtlich
ins Visier genommen wurden. Zugleich äußert sich die Organisation zur
Verteidigung der Pressefreiheit besorgt über die wachsende Feindseligkeit
der US-amerikanischen Armee gegenüber Journalisten.

"Wir sind entsetzt über die schweren Attacken gegen Journalisten", sagt
Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen in Paris. "Nach
unseren Recherchen war die Lage zum Zeitpunkt des Geschehens in der
Umgebung des Hotel Palestine ruhig und die US-amerikanische Panzerbesatzung
hat sich Zeit genommen, um die Kanone auf das Hotel auszurichten und
schließlich zu feuern. Die Journalisten vor Ort erhielten unseres Wissens
keine Warnung. Daher können wir nur schließen, dass das Gebäude absichtlich
beschossen wurde. Die US-amerikanische Version eines Verteidigungsschusses
ist wenig glaubwürdig", erklärt Ménard weiter.

Bei den Angriffen auf das Hotel Palestine und das Büro von Al Dschasira
kamen drei Journalisten ums Leben. Der ukrainische Kameramann Taras
Protsyuk der Agentur Reuters und der spanische Kameramann José Couso
starben bei dem Angriff auf das Hotel Palestine; drei weitere Journalisten
wurden verletzt. Bei der Bombardierung des arabischen Senders Al Dschasira
kam der Kameramann Tarek Ayoub ums Leben.

Reporter ohne Grenzen dokumentiert seit Kriegsbeginn die Situation der
Journalisten und Medien vor Ort. Nach den vorliegenden Berichten wurden
zahlreiche unabhängige Journalisten bei der Berichterstattung behindert und
schikaniert. An der irakisch-kuwaitischen Grenze durften Reporter nicht
einreisen, einigen wurde mit dem Entzug der Akkreditierung gedroht.
Mehrere wurden stundenlang festgehalten und verhört. Vier Reporter klagten
über Schläge und Misshandlungen durch US-Militärs.

Reporter ohne Grenzen berichtet aktuell zur Situation der Pressefreiheit
und der Journalistinnen und Journalisten im Irak unter www.rsf.org in
Englisch und Französisch.

Reporter ohne Grenzen hilft bedrohten Journalistinnen und Journalisten und
verteidigt die Pressefreiheit weltweit. Das Recht zu informieren und
informiert zu werden ist in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte verankert. Wir arbeiten global mit einem Netz von über 100
Korrespondenten und Sektionen in neun europäischen Ländern sowie Büros in
den USA, Asien, Afrika und Lateinamerika.




Sabina Strunk
www.reporter-ohne-grenzen.de / www.rsf.org

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin
Germany Berlin, 09. April 2003


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