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Keine Siemens-Plutoniumfabrik nach China
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IPPNW: Keine Siemens-Plutoniumfabrik nach China
Kanzler-Besuch in China Siemens will ausgemusterte Hanauer Plutoniumfabrik nach China liefern IPPNW kritisiert Schröders Hilfestellungen
Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert scharf, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder Siemens hilft, die ausgemusterte Hanauer Plutoniumfabrik an China zu verkaufen. Die Fabrik dient der Weiterverarbeitung von Plutonium zu so genannten MOX- Brennelementen für Atomkraftwerke. Für die IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) ist es unverständlich, wie Gerhard Schröder als Sozialdemokrat die Plutoniumwirtschaft in China fördern kann, obwohl seine Partei in den 80er Jahren maßgeblich daran beteiligt war, den Einstieg in diesen gefährlichen Zweig der Atomenergie in Deutschland zu verhindern.
Die IPPNW widerspricht auch Siemens-Chef Heinrich von Pierer, der laut Presseberichten die Fabrik als „sinnvollen Beitrag zur Beseitigung von Plutonium“ bezeichnet hat. „Die Argumentation, man könne mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen Atomwaffenmaterial schnell unschädlich machen, ist heute genau so wenig stichhaltig wie vor einigen Jahren, als der Export dieser Fabrik nach Russland geplant war“, so die IPPNW. Denn die Fertigung der Brennelemente und der Einsatz in Atomkraftwerken dauert viel zu lange, um als geeignete Strategie zum „Untermischen“ von Waffenplutonium im entstehenden Atommüll in Betracht zu kommen.
Bei den Verhandlungen mit Russland im Jahre 2000 über einen Verkauf derselben Fabrik war es ein Anliegen von Siemens gewesen, dass die Bundesregierung das Haftungsrisiko des Exports übernimmt. Siemens versuchte damals der deutschen Regierung vorzuschreiben, sie solle Siemens die Plutoniumfabrik abkaufen und „quasi als Zwischenhändlerin“ weiter verkaufen. Die Bundesregierung sei „Herrin des Exportverfahrens“. Die IPPNW rechnet damit, dass die Vorstellungen von Siemens auch heute wieder in eine solche Richtung gehen könnten.
Hinzu kommt, dass der Einsatz von MOX-Brennelementen in Atomkraftwerken dazu führt, dass der Betrieb labiler wird. Das Risiko eines Super-GAU nimmt zu. Die hessische Regierung lehnte daher einst den Einsatz von MOX-Brennelementen in Atomkraftwerken ab.
Mit der Förderung von Atomexporten nach China erweist sich Bundeskanzler Schröder nach Auffassung der IPPNW endgültig als Atom- Kanzler. Schon vor Jahren hat Rot-grün die Beteiligung von Siemens an der Errichtung von zwei Atomkraftwerksblöcken in die chinesische Sonderwirtschaftszone Lianyungang mit Hermes-Bürgschaften gefördert.
Die IPPNW kritisiert die neue Offensive von Siemens beim Bau und Export von Atomtechnologie. Als Partner der französischen AREVA bemüht sich Siemens derzeit auch um die Errichtung von zwei neuen Atomkraftwerken in Frankreich und in Finnland.
Mehr im Internet unter: www.siemens-boykott.de
Berlin, den 2. Dezember 2003.
www.ippnw.de
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