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ISSN 1610-0611
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ABDULLAH ÖCALAN

Das Kurdische Komitee in der Lübecker Erstaufnahme für Asylsuchende

Wir Kurden und Türken, in der Flüchtlingsunterkunft in Lübeck halten den imperialistischen Krieg, der den Völkern im Nahen Osten aufgezwungen wird, für ungerecht und für verrückt. Er bedeutet großes Leid, Tausende von Leichen und Millionen von Opfern. Wir protestieren gegen die grenzenlose Aggression der USA und gegen die Isolation des kurdischen nationalen Vorsitzenden ABDULLAH ÖCALAN.
ABDULLAH ÖCALAN, der durch ein internationales Komplott an die Türkei ausgeliefert worden war, hatte trotz aller Repressionen und negativen Bedingungen versucht, Frieden in der Türkei zu schaffen und ein demokratisches politisches Umfeld zu entwickeln. Dieses Umfeld des Friedens hätte die Rechnung der imperialistischen Kreise und der Kriegs-Nutznießer zu Nichte gemacht. Im Zusammenhang mit der Verunsicherung durch das Attentat vom 11. September, und unter Ausnutzung des Irak-Krieges steht in der Türkei ein neuer Angriff auf das kurdische Volk in Person des nationalen Vorsitzenden ÖCALAN zur Debatte. ÖCALAN befindet sich seit drei Monaten in einer Einzelzelle auf der Insel Imrali unter verschärften lsolationshaftbedingungen. Mit unglaubwürdigen Vorwänden verhindert der türkische Staat jeglichen Kontakt ÖCALANS zu seiner Familie und zu seinen Rechtsanwälten. Diese lang andauernde Isolation hat beim kurdischen Volk zu ernsthaften Befürchtungen geführt. Wir sind besorgt um das Leben ÖCALANS, welcher Symbol der Existenz und Identität der kurdischen Nation ist. Der Vorsitzende ABDULLAH ÖCALAN bedeutet für die Kurden Sehnsucht, Hoffnung und Freiheit. Maßnahmen gegen ihn betrachten die Kurden als Maßnahmen gegen sie selbst. Dieses Kriegskonzept des türkischen Staates und seiner Verbündeten unter denn Vorwand des Irak-Krieges ist ernst zu nehmen und gefährlich. Es wird versucht, die Kurden in einen neuen Krieg zu treiben und ihnen neues Leid und einen neuen Völkermord zuzufügen. Die Isolation ÖCALANS und der Irak-Krieg widersprechen der Menschlichkeit und internationalem Recht; sie werden den Völkern neues Leid bringen und sie vor neue ungelöste Probleme stellen.
Wir fordern die gesamte Öffentlichkeit und die betreffenden Staaten und Institutionen auf zur Sensibilität gegenüber der Isolation ÖCALANS und dem ungerechten Irak-Krieg. Wir sind eine Gruppe von 36 Personen und zeigen in humanistischer Gewissenshaltung unsere Reaktionen, indem wir vom 9. Februar bis zum 12. Februar in den Hungerstreik treten. Wir sagen NEIN zur Isolation ABDULLAH ÖCALANS und SCHLUSS mit der Kriegstreiberei unter Vorherrschaft der USA.
• Freiheit für den kurdischen nationalen Vorsitzenden ABDULLAH ÖCALAN!
• Nieder mit der Aggression der USA!
•·Es lebe der Frieden und die Freundschaft der Völker!

Das Kurdische Komitee in der Lübecker Erstaufnahme
Lübeck, 09.02.2003

10.2.2003


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